medikamente gegen bluthochdruck

Medikamente gegen Bluthochdruck – Das müssen Sie wissen

Bluthochdruck ist eines der grössten gesundheitlichen Probleme unserer Zeit. Dementsprechend hoch ist aktuell der Bedarf an Medikamenten gegen Bluthochdruck. Da ein zu hoher Blutdruck auf ein Sammelsurium an Faktoren zurückgeht, ist die Bandbreite unterschiedlichster Medikamente gegen Bluthochdruck mit diversen Wirkmechanismen mindestens ebenso gross. Nur die wenigsten Betroffenen behalten in diesem Dschungel den Überblick.

Immerhin muss so mancher Bluthochdruckpatient gleich mehrere Präparate schlucken. Grund genug, einmal einen genaueren Blick auf die üblichen Medikamente gegen Bluthochdruck zu werfen. Erfahren Sie, welche Präparat-Gruppen es gibt, wie sie wirken und welche Nebenwirkungen dabei auftreten können. Ausserdem beantworten wir die Frage, wann die Einnahme von Medikamenten sinnvoll ist und wann Sie zunächst auf andere Lösungen zurückgreifen sollten.

Mit Medikamenten erfolgreich gegen Bluthochdruck

Wann sind Medikamente gegen Bluthochdruck sinnvoll?

Um es einmal unverblümt auszudrücken: Bluthochdruck ist ein schleichender Killer! Umso wichtiger ist es, einen zu hohen Blutdruck korrekt zu behandeln. Auch wenn sich dieser Artikel um Bluthochdruckmedikamente dreht, möchten wir unterstreichen, dass Medikamente nicht gleich das erste Mittel der Wahl sein sollten. Liegt etwa nur ein geringer Bluthochdruck im Bereich von Hypertonie Grad 1 vor, braucht es nicht immer Medikamente gegen Bluthochdruck. Hier genügt oft eine Umstellung des allgemeinen Lebensstils oder ein schnelles Hausmittel gegen Bluthochdruck.

Mehr zu den besten Hausmitteln gegen Bluthochdruck erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema.

Bereits die Reduktion des Körpergewichts, regelmässiger Sport, ein Rauchstopp und eine salzarme Ernährung können Wunder wirken und den Blutdruck aus dem Bereich der Hypertonie Grad I in den Optimal-Bereich katapultieren. Erst wenn mit Hilfe von Hausmitteln und einer Umstellung des Lebensstils keine ausreichende Verbesserung möglich ist, macht der Einsatz von Blutdrucksenkern Sinn. Zunächst geschieht die Einnahme parallel zu Hausmittel und Eigenmassnahmen. Immerhin gilt in Sachen Medikamenteneinnahme die goldene Regel: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Statistik: Verbreitung von Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen in Deutschland im Jahr 2013 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Ab wann führt kein Weg um Medikamente gegen Bluthochdruck herum?

Allgemein steigt die Belastung für das Herz und die Gefässe mit den Blutdruckwerten. Bei hohen Blutdruckwerten ist die medikamentöse Behandlung mit Hinblick auf die dramatischen Organschäden nicht nur sinnvoll, sondern dringend empfehlenswert. Allgemein definieren Mediziner die Grenze für eine dringende medikamentöse Behandlungsempfehlung bei einem systolischen Wert von 180 mmHg. Auch häufig auftretender plötzlich hoher Blutdruck ist eine Indikation, bei der Medikamente teils sogar zum Einsatz kommen muss, um schwere Organschäden zu verhindern. (Hier erfahren Sie mehr zum Thema "plötzlich hoher Blutdruck".)

Beispiel - In welchem Umfang wirken Medikamente gegen Bluthochdruck?

Wie gross der Nutzen der Langzeiteinnahme verschiedener Blutdrucksenker ist, hängt sowohl von den individuellen Blutdruckwerten als auch vom persönlichen Risikopotenzial ab. Nehmen wir als Beispiel einmal zwei Männer mit gleichen Blutdruckwerten und unterschiedlichen Risikofaktoren heran.

  1. 1
    Reto:
    Blutdruckwerte: 145 mmHg zu 95 mmHg (leichte Hypertonie Grad 1)
    - Treibt regelmässig Sport und ernährt sich gesund
    - Keine zusätzlichen Risikofaktoren durch Rauchen, Übergewicht etc.
    Risiko, in den nächsten 10 Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen: 11 %
  2. 2
    Martin:
    Blutdruckwerte: 145 mmHg zu 95 mmHg (leichte Hypertonie Grad 1)
    - Martin ist Raucher, treibt keinen Sport und hat eine leichte Typ-2-Diabetes
    Risiko, in den nächsten 10 Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen: 33 %

Nun wollen wir uns anschauen, welchen Effekt die Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten auf das Risiko eines blutsdruckbedingten Herzinfarkts oder Schlaganfalls hat. In der Regel bewirkt die Einnahme der meisten Medikamente im Hinblick auf das sogenannte "Zehn-Jahres-Risiko" eine Reduktion um 20-30 Prozent. Bei dem gesund lebenden Reto würde sich das Risiko von 11 % auf ca. 8-9 % reduzieren.

Bei Martin dagegen bewirkt die Einnahme von Blutdruckmedikamenten eine Risikoreduktion auf ca. 23-26 %. Damit haben die Blutdrucksenker für Martin einen deutlich höheren Nutzen als für Reto. Während Martin sich für die Einnahme der Medikamente entscheidet, möchte Reto im Hinblick auf die Nebenwirkungen und den geringen zusätzlichen Nutzen auf Blutdrucksenker verzichten. Dieses Beispiel unterstreicht nicht nur die Wirksamkeit von Blutdruckmedikamenten, sondern auch den Einfluss eines gesunden Lebensstils.

Blutdruck Medikamente

Gourmet-Tipp bei Bluthochdruck

Smoothie mit Hanfsamen

Zutaten für 2 Personen:

  • 1 Banane
  • 1 Avocado
  • 100 g Heidelbeeren
  • nach Belieben: 50 g Blattsalat
  • 300 ml Wasser
  • 2 EL geschälte Hanfsamen
  • 1 Prise Zimt
  • Die Banane schälen und in Scheiben schneiden. Die Avocado in der Mitte teilen, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch mit einem Löffel herausschälen. Heidelbeeren waschen und trocken tupfen. Den Salat (z.B. Endivien, Feldsalat, Rucola, Radicchio, Eichblattsalat) ebenfalls waschen und zerkleinern.
  • Alles zusammen mit Hanfsamen, Zimt und Wasser in einen Mixer geben und zu einem sämigen Smoothie pürieren. Wer keinen Mixer hat, nimmt einfach einen Pürierstab.
  • Auf 2 Gläser aufteilen und genießen.

Nährwerte pro Portion:

247 kcal, 18 g Fett, 18 g Kohlenhydrate, 4 g Eiweiß, 9 g Ballaststoffe, BE 1,5

Die besten Blutdrucksenker - Welche Medikamente kommen zum Einsatz?

Die Regulation des Blutdrucks ist eine komplexe Angelegenheit, in die zahlreiche Stoffwechselmechanismen eingebunden sind. Folglich kommen unterschiedliche Präparate mit eigener Wirkungsweise und spezifischen Nebenwirkungen zum Einsatz. Die Medikamente gegen Bluthochdruck lassen sich dabei in sechs grosse Wirkstoffgruppen unterteilen, über die Sie grob Bescheid wissen sollten.

ACE - Hemmer

Den Anfang machen die sogenannten ACE-Hemmer. Dabei handelt es sich um Medikamente, die das Protein Angiotensin Converting Enzyme (ACE) blockieren. Dieses wiederum ist für die Umwandlung von Angiotensin I in das Hormon Angiotensin II verantwortlich, das die Gefässe verengt und so den Blutdruck erhöht. Durch die ACE-Blockade wird die Gefässverengung verhindert, wodurch der Blutdruck sinkt.

Angiotensin-Antagonisten / Sartane

Bluthochdruckmedikamente wie Sartane bzw. Angiotensin-Antagonisten wurden auf Basis von ACE-Hemmern entwickelt. Allgemein zeigen diese Weiterentwicklungen im Vergleich zu ACE-Hemmern weniger Nebenwirkungen. Im Gegensatz zu den klassischen ACE-Hemmern blockieren die Wirkstoffe nicht das Protein, sondern die Angiotensin-Rezeptoren. Damit kann das Hormon nicht mehr wirken, sodass die gefässverengende Wirkung ausbleibt.

Beta-Blocker

Die Ausschüttung von Stresshormonen bewirkt einen deutlichen Anstieg des Blutdrucks und der Pulsfrequenz. Genau hier setzen die sogenannten Beta-Blocker an. Eines der für den Blutdruckanstieg bedeutendsten Hormone ist das in den Nieren produzierte Renin. Beta-Blocker blockieren die sogenannten Beta-Rezeptoren, die an der Bildung des Stresshormons Renin beteiligt sind. Die Blockade führt zu einer langfristigen Senkung des Blutdrucks.

Diuretika

Die umgangssprachlich auch unter dem Namen "Wassertabletten" bekannten Diuretika wirken auf die Niere ein. Hier hindern Sie das Organ daran, Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Kalzium und Natrium zurück in den Blutkreislauf zu leiten, wo sie Flüssigkeit binden. Da nun mehr wasserbindende Mineralstoffe ausgeschieden werden, sinkt mit der Flüssigkeitsmenge im Körper auch die Menge des zirkulierenden Bluts. Über diesen Mechanismus wiederum sinkt auch der Blutdruck.

Kalzium-Antagonisten

Die fünfte Wirkstoffgruppe im Bunde betrifft die Kalzium-Antagonisten. Dabei handelt es sich um Medikamente gegen Bluthochdruck, die das Einströmen von Kalzium in die Muskulatur der Blutgefässe verhindert. Gemeinhin benötigt unsere Muskulatur Kalzium für die Anspannung der Muskulatur (Kontraktion). Da Kalzium-Antagonisten das Einströmen von Kalzium in die Muskulatur der Gefässe minimiert, sinkt dort die Spannung. Somit weiten sich die Gefässe und der Blutdruck sinkt.

Renin-Hemmer

Auch Renin-Hemmer greifen in über den Angiotensin-Mechanismus in die Blutdruckregulation ein. Im Fall der Renin-Hemmer verhindern die Wirkstoffe die Bildung des Enzyms Renin, das Angiotensinogen zu Angiotensin I umwandelt. Damit steht auch weniger Angiotensin I zur Verfügung, das wiederum zu Angiotensin II umgewandelt werden und seine gefässverengende Wirkung entfalten kann.

Medikamente gegen Bluthochdruck - Liste der gebräuchlichsten Medikamente bzw. Wirkstoffe

Innerhalb der sechs Wirkstoffgruppen tummeln sich zahlreiche Wirkstoffe. Und als wäre das noch nicht verwirrend genug, finden diese Wirkstoffe teils in verschiedenen Kombinationen in spezifischen Produkten Verwendung. Da es hunderte verschiedene Präparate gibt, möchten wir uns an dieser Stelle den bekanntesten Wirkstoffen geordnet nach Wirkstoffgruppen widmen.

Wirkstoffgruppe

Wirkstoff

ACE-Hemmer

Benazepril, Captopril, Cilaprazil, Enalapril, Posinopril, Lisinopril, Meoxipril, Preindopril, Quinapril, Ramirpil, Trandolapril, Zofenopril

Angiotensin Antagonisten Sartane

Candesartan, Eprosartan, Irbesaratan, Losartan, Telmisartan, Valsartan

Beta-Blocker

Atenolo, Bisorpolol, Carvedilol, Celiprolol, Esmolol, Metoprolol, Nebivolol, Propranolol, Pindolol, Sotalon

Diuretika

Hydrochlorothiazid, Chlortalidon, Indapamid, Furosemid, Piretanid, Torasemid, Xipamid

Kalzium-Antagonisten

Amlopidin, Diltiazem, Felodipin, Isaradipin, Lercannidipin, Nitrendipin, Nifedipin, Nilvadipin, Nisoldipin, Verapamil

Renin-Hemmer

Aliskiren

Gibt es ein "bestes Medikament" gegen Bluthochdruck?

Die Frage lässt sich mit einem einfachen "Nein" beantworten. Ein allgemein bestes Medikament gegen Bluthochdruck gibt es nicht. Das liegt ganz einfach daran, dass am Blutdruck unterschiedlichste auslösende Mechanismen beteiligt sind. Darüber hinaus variiert die Verträglichkeit der Medikamente gegen Bluthochdruck von Patient zu Patient. Während ein Patient mit ACE-Hemmer A sehr gut klarkommt, führt ACE-Hemmer B zu starken Nebenwirkungen.

Dementsprechend ist eine individuelle Einstellung der Medikamente gegen Bluthochdruck der beste Weg. So findet jeder sein persönliches "bestes Medikament gegen Bluthochdruck". Am allerbesten ist jedoch immer jedes Medikamente, das Sie erst gar nicht brauchen. Umso wichtiger ist es, dass Sie hohem Blutdruck mit einer gesunden Lebensweise den Kampf ansagen und diesen gar nicht erst aufkommen lassen.

Blutdrucksenkende Medikamente - Nebenwirkungen

Medikamente gegen Bluthochdruck greifen in einen zentralen physiologischen Prozess ein. Dementsprechend kann es hier auch zu Nebenwirkungen kommen. Wie stark diese ausfallen und ob sie überhaupt auftreten, ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Angst davor, dass verbreitete und zugelassene Bluthochdruck-Tabletten krebserregend sind, müssen Sie sich dank kontinuierlicher Forschung jedoch nicht machen.

Gemeinsam haben alle Medikamente gegen Bluthochdruck jedoch Schwindel, Benommenheit und Blutdruckabfall - Alles natürliche Symptome eines starken Blutdruckabfalls. Hinzu kommen Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Verstopfung sowie Allergien und Hautreaktionen. Darüber hinaus bringen die Wirkstoffgruppen in einigen Fällen spezifische Nebenwirkungen hervor.

  • ACE-Hemmer: Reizhusten, erhöhter Kaliumspiegel im Blut, Wassereinlagerungen in der Haut
  • Angiotensin-Antagonisten / Sartane: Kopfschmerzen, Müdigkeit, erhöhter Kaliumspiegel
  • Beta-Blocker: Verlangsamt den Puls, kann bestehende Herzschwäche verstärken
  • Diuretika: Hoher Wasserverlust durch Salzmangel, Erhöhung von Fett- und Zuckerwerten, Kaliummangel (Hypokaliämie), Muskelkrämpfe, Verstopfungen, Herzrhythmusstörungen, erhöhtes Thromboserisiko
  • Kalzium-Antagonisten: Kopfschmerzen, hoher Puls (Herzklopfen), Schwächegefühl
  • Renin-Hemmer: Kaum bekannte Nebenwirkungen. Letztere treten vor allem in Verbindung mit ACE-Hemmer auf, weshalb Renin- und ACE-Hemmer laut Hersteller nicht gemeinsam verschrieben werden sollen.

Welche blutdrucksenkenden Medikamente sind rezeptfrei?

Blutdrucksenkende Medikamente sind nicht rezeptfrei erhältlich. 
Dementsprechend ist die medikamentöse Selbstbehandlung mit klassischen Blutdrucksenkern weder möglich noch empfehlenswert. Im Gegenzug gibt es jedoch homöopathische und naturheilkundliche Mittel, die gegen Bluthochdruck wirken sollen und rezeptfrei erhältlich sind. Diese wiederum eignen sich aufgrund der oftmals nicht nachweisbaren Wirkung lediglich zur begleitenden Therapie. Immerhin ist mit Bluthochdruck nicht zu spassen.

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Fazit - Medikamente gegen Bluthochdruck - Hilfreich aber nicht immer nötig

Wir können froh sein, dass uns die moderne Medizin eine solche Bandbreite an Medikamenten gegen Bluthochdruck zur Verfügung stellt. Gerade bei ausgeprägtem Bluthochdruck sind sie der einzige Ausweg, um Organschäden und potenziell tödliche Infarkte und Schlaganfälle zu verhindern. Da aber auch hier die Devise "so viel wie nötig, so wenig wie möglich" gilt, sollten Sie parallel über Hausmittel und eine gesunde Lebensweise alle Hebel zur Bekämpfung und Prävention von Bluthochdruck in Bewegung setzen.

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