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Wie steht es um ihren Blutdruck?


Hypertonie - Alles, was Sie zum Bluthochdruck wissen müssen

Weltweit gehen jährlich rund 9,4 Millionen Todesfälle auf die Folgen von Bluthochdruck zurück. Auch im deutschsprachigen Raum gehören die Folgen des Bluthochdrucks zu den häufigsten Todesursachen. Grund genug, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Erfahren Sie, was Hypertonie eigentlich bedeutet, welche Bluthochdruckarten es gibt, ab wann man von Bluthochdruck spricht und was Sie aktiv dagegen unternehmen können.

Hypertonie - Was bedeutet das?

Hypertonie ist der Fachbegriff für einen zu hohen Blutdruck. Der Blutdruck selbst entsteht dadurch, dass das Herz bei jedem Schlag Blut in den Kreislauf pumpt und dabei Druck auf die Gefässwände ausübt. Der Blutdruck unterliegt bei jedem Menschen abhängig von Faktoren wie dem Stoffwechsel, körperlicher Belastung oder hormonellen Voraussetzungen gewissen Schwankungen. Von Hypertonie spricht man daher erst, wenn der Blutdruck dauerhaft zu hoch ist. Grundsätzlich wird dabei zwischen dem systolischen Blutdruck und dem diastolischen Blutdruck unterschieden. Während der Systolische Blutdruck den Druck beim Auswurf des Blutes in den arteriellen Kreislauf beschreibt, misst der diastolische Blutdruck den Druck, wenn sich das Herz ausdehnt und wieder mit Blut füllt.

Sie möchten mehr über den Blutdruck im Allgemeinen erfahren? In unserem Basis-Ratgeber "Blutdruck" werden Sie fündig.

Statistik: Verbreitung von Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen in Deutschland im Jahr 2013 | Statista
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Statistik: Gefährlichste Gesundheitsrisiken weltweit nach Anzahl der Toten (in Mio.) 2004 | Statista
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Wann beginnt Hypertonie?

Für die eindeutige Klassifikation von Bluthochdruck hat die Weltgesundheitsorganisation auf Basis einer grossen medizinischen Datenbasis Richtwerte festgelegt. Abweichend vom "Normalbereich" erfolgt die Unterteilung des Bluthochdrucks in drei Schweregrade, die mit unterschiedlichen Folgen daherkommt. Während die Hypertonie Grad I noch ohne Organschäden daherkommt, sind bei der Hypertonie Grad II bereits Organschäden an der Tagesordnung. Die Hypertonie III. Grades geht beinahe immer mit Folgeerkrankungen wie z.B. einem Herzinfarkt einher. Wann der Bluthochdruck beginnt, können Sie der folgenden Tabelle entnehmen.

Blutdruckwerte

Blutdruck-Klassifikation

Systole

Diastole

niedrig

unter 105 mmHg

und/oder

unter 60 mmHg

optimal

105-119 mmHg

und

60-79 mmHg

normal

120-129 mmHg

und/oder

80-84 mmHg

normal-hoch

130-139 mmHg

und/oder

85-89 mmHg

leichter BLuthochdruck (Hypertonie Grad I)

140-159 mmHg

und/oder

90-99 mmHg

mittelschwerer Bluthochdruck (Hypertonie Grad II)

160-179 mmHg

und/oder

100-109 mmHg

schwerer Bluthochdruck (Hypertonie Grad III)

über 180 mmHg

und/oder

über 110 mmHg

Nähere Informationen zu Themen wie dem Blutdruck bei Kindern und den Normalwerten erhalten Sie in unserem Artikel zum Thema "Blutdruckwerte - Was ist normal, wann sind sie gefährlich?"

Ab wann beginnt Hypertonie in der Schwangerschaft

​[Link]Bluthochdruck in der Schwangerschaft[/Link] ist ein wichtiges Thema, da der erhöhte Druck sowohl für die werdende Mutter als auch für das Kind gefährlich ist. Ganz allgemein erhöht sich bei vielen Schwangeren der Blutdruck gegenüber den Normalwerten. In etwa 10 Prozent aller Fälle tritt sogar ein arterieller Bluthochdruck auf. Grundsätzlich gilt auch in der Schwangerschaft der Grenzwert von 140/90 mmHg. Ab Blutdruckwerten von 150/100 mmHg ist der Besuch in einer Klinik unbedingt notwendig. Nur so lassen sich grössere Risiken für die Mutter und das Kind durch Hochdruckerkrankungen wie Propfgestose, Schwangerschaftshochdruck, Präeklamsie und chronische Hypertonie auszuschliessen.

Welche Arten von Hypertonie gibt es?

Bluthochdruck ist nicht gleich Bluthochdruck. Abhängig von der vorliegenden Ursache unterscheiden Mediziner vier Formen des Bluthochdrucks. Namentlich sind dies:

  • Die primäre Hypertonie
  • Die sekundäre Hypertonie
  • Der Weisskittelhypertonus
  • Der maskierte Hypertonus

Auch die Ursachen für Bluthochdruck unterscheiden sich abhängig von der vorliegenden Form.

Primäre Hypertonie

Der primäre Bluthochdruck ist die häufigste Form des Bluthochdrucks. Sie macht etwa 90 Prozent der Fälle aus. Bei dieser auch als "essenziellen" Hypertonie bekannten Form ist der Bluthochdruck die eigentliche Erkrankung und nicht die Folge einer anderen Erkrankung. Für den primären Bluthochdruck gibt es zahlreiche Ursachen und Risikofaktoren. Darunter etwa:

  • Bewegungsmangel
  • Starkes Übergewicht
  • Rauchen
  • Hoher Alkoholkonsum
  • Ungesunde Ernährung
  • Chronischer Stress

Der essenzielle Bluthochdruck ist ein typisches Phänomen in Industrienationen und wird daher auch als Wohlstandssyndrom bezeichnet. Das Risiko, an dieser Form des Bluthochdrucks zu erkranken, steigt mit zunehmendem Lebensalter an.

Sekundäre Hypertonie

Im Gegensatz zur primären Form geht die sekundäre Form des Bluthochdrucks auf eine Störung oder Grunderkrankung des Körpers zurück. Man könnte also sagen, dass der sekundäre Bluthochdruck das Symptom einer Erkrankung ist. Typischerweise ist der Einfluss der Lebensumstände auf den Blutdruck bei der sekundären Hypertonie geringer als bei der primären Form. Zudem sind hier vor allem jüngere Menschen betroffen, bei denen ein erhöhter Blutdruck häufig schon vor dem 30. Lebensjahr diagnostiziert wird. Typische Grunderkrankungen bzw. Auslöser, die mit sekundärem Bluthochdruck einhergehen, sind u.a.:

  • Chronische Entzündungen
  • Verengung der Nierenarterien
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Morbus Cushing
  • Schlafapnoe-Syndrom
  • Einnahme bestimmter Medikamente

Weisskittelhypertonus

Aufregung, Stress, Erwartungen und Ängste haben einen enormen Einfluss auf unseren Körper. Das zeigt sich auch beim Thema Blutdruck. Im Laufe von etlichen Jahrzehnten hat man festgestellt, dass die Blutdruckwerte bei einem Arztbesuch bei vielen Menschen im Durchschnitt höher liegen als bei Messungen zuhause. Dieses Phänomen kennt man mittlerweile als isolierte klinische Hypertonie oder Weisskittelsyndrom. Allein durch Aufregung und Erwartungshaltung erhöht sich hier der Blutdruck. Dementsprechend legen viele Ärzte bei der Beurteilung von Bluthochdruck mittlerweile deutlich mehr Wert auf regelmässige Selbstmessungen der Patienten. Wichtig ist jedoch, dass Sie Ihren Blutdruck richtig messen und ein geeignetes Blutdruckmessgerät verwenden.

Maskierter Hypertonus

Die vierte Form des Bluthochdrucks ist der sogenannte maskierte Hypertonus. Anders als beim Weisskittelsyndrom haben Patienten in der Arztpraxis normale Blutdruckwerte. Wird der Blutdruck jedoch im alltäglichen Umfeld gemessen, liegen die Werte deutlich höher. Betroffen sind tendenziell jüngere Männer sowie Raucher und Menschen, die regelmässig viel Alkohol trinken. Auch bei Diabetes mellitus kann ein maskierter Hypertonus auftreten. Dieser Form des Bluthochdrucks kommt man ausschliesslich mit einer Langzeitblutdruckmessung auf die Spur.

Wie entsteht Hypertonie?

​Bei der sekundären Form entsteht der Bluthochdruck durch organische oder krankheitsbedingte Ursachen, wie etwa die Verengung der Nierenarterie oder hormonelle Störungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion, die zu einer Blutdruckfehlsteuerung führt. Sowohl der klassische primäre Bluthochdruck als auch der pulmonale Bluthochdruck entstehen durch spezielle Ursachen.

Sie möchten wissen, wodurch der Blut(hoch)druck beeinflusst wird? Hier finden Sie die Antwort.

Wie entsteht arterielle Hypertonie?

Arterieller Bluthochdruck wird durch viele Faktoren beeinflusst und entsteht typischerweise über lange Zeiträume. Allgemein kommt es beispielsweise durch eine ungesunde Lebensweise oder schlicht durch das Alter dazu, dass sich Gefässe verengen und die Gefässwände an Elastizität verlieren. Dadurch sind die Gefässe nicht mehr dazu in der Lage, sich adäquat zu weiten. Das wiederum lässt den Druck ansteigen, mit dem das Herz das Blut in den Kreislauf pumpen muss.

Wie entsteht pulmonale Hypertonie?

​Beim pulmonalen Bluthochdruck handelt es sich um eine spezielle Form des Bluthochdrucks. Die sogenannte pulmonale-arterielle Hypertonie bezeichnet die Erhöhung des Blutdrucks im Lungenkreislauf. Ursache für den chronischen Lungenhochdruck ist die Verengung der Blutgefässe in der Lunge, die meist auf chronische Erkrankungen von Herz und Lunge zurückgeht. Auch hier ist der erhöhte Widerstand der Gefässe ausschlaggebend für den erhöhten Blutdruck.

Der stille Killer - Welche Folgen hat die Hypertonie?

Bluthochdruck wird häufig unterschätzt. Das liegt daran, dass Bluthochdruck-Symptome häufig nicht erkannt werden oder gar nicht erst auftreten. Nicht umsonst gilt Bluthochdruck unter Medizinern als stiller Killer, zumal 40 Prozent aller Todesfälle im deutschsprachigen Raum auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückgehen. Umso wichtiger ist es, dass Sie regelmässig den Blutdruck messen, um eine frühzeitige Behandlung zu ermöglichen und gravierende Folgen zu vermeiden. Zu den gefährlichsten Folgen von Bluthochdruck gehören unter anderem:

  • Bildung von lebensgefährlichen Aussackungen (Aneurysmen) in den Gefässen.
  • Schleichende Entstehung von Arteriosklerose.
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK).
  • Krankhaftes Wachstum des Herzens (Herzhypertrohie).
  • Steigendes Risiko für Herzinsuffizienz und Herzinfarkt.
  • Schwere Nierenschäden.
  • Blutdruckbedingte Schädigungen der Augen (z.B. Sehstörungen, Netzhautablösung).
  • Erhöhung des Schlaganfallrisikos.

Plötzlich hoher Blutdruck kann einen akut lebensbedrohlichen hypertonischen Notfall auslösen

Hypertonie - Was kann ich tun?

"Ich habe Hypertonie, wann muss ich zum Arzt?" Das ist eine der häufigsten Fragen von Betroffenen. Grundsätzlich ist es ratsam, dann einen Arzt aufzusuchen, wenn die Blutdruckwerte dauerhaft bei über 140 mmHg zu 90 mmHg liegen. Milde Formen des Bluthochdrucks werden dabei vor allem durch einen gesunden Lebenswandel behandelt. Die ärztliche Begleitung dient hier in der Regel lediglich der Diagnose und der Erfolgskontrolle. Erst bei stärkerem Bluthochdruck kommen Bluthochdruck-Medikamente zum Einsatz.

Hypertonie behandeln ohne Medikamente

Ein gesunder Lebenswandel hat einen enormen Einfluss auf den Blutdruck. Sei es nun der Verzicht auf das Rauchen, die Reduktion des Alkoholkonsums, ausreichend Schlaf oder eine salzarme Ernährung. Auch das Abnehmen gilt gemeinhin als effektive Blutdruckmassnahme - immerhin sind pro Kilogramm laut medizinischen Studien bis zu 2 mmHg drin. Regelmässiger Sport leistet ebenfalls einen wertvollen Beitrag zur Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems und zur Senkung des Blutdrucks. Zudem haben sich auch einige Hausmittel gegen Bluthochdruck bewährt. Darunter etwa Ingwer und Apfelessig.

Hypertonie: Welcher Sport ist für mich geeignet?

Regelmässiger Sport verbessert die Prognose bei Bluthochdruck erheblich. Drei bis fünf Trainingseinheiten pro Woche á 30 Minuten reichen bereits aus. Aber nicht alle Sportarten sind für Bluthochdruckpatienten geeignet. Welche Sportart am besten geeignet ist, das hängt von Ihrer persönlichen Belastbarkeit ab. Bevor Sie also auf eigene Faust loslegen, sollten Sie sich bei Ihrem Arzt z.B. mit einem Belastungs-EKG durchchecken lassen. Nur so kann der Blutdruck zuvor stabil eingestellt werden, um den Körper vor gefährlichen Belastungsspitzen zu schützen.

Grundsätzlich eignet sich jede Art von Ausdauersport angefangen von zügigem Spazierengehen und Wandern über Walken, Skilang-Langlauf und Schwimmen bis hin zu Joggen, Rudern und Radfahren. Auch mit mässiger Intensität betriebene Ballsportarten sind durchaus geeignet. Nicht geeignet sind dagegen intensive Sportarten mit intensiven Spitzenbelastungen. Krafttraining sollten Sie zunächst ebenfalls nur in Absprache mit Ihrem Arzt und unter Aufsicht eines erfahrenen Trainers durchführen.

Effiziente Bluthochdruckmedikamente bei deutlichem Bluthochdruck

Je höher die Blutdruckwerte bzw. der Grad der Hypertonie, desto wichtiger werden perfekt auf Sie eingestellte Blutdruckmedikamente. Dank zahlreicher Forschungen gibt es mittlerweile für jeden Organismus ein passendes Präparat.

Mehr dazu, welche Präparate es gibt, wie die Bluthochdruckmedikamente wirken und ab wann Bluthochdruck-Tabletten überhaupt sinnvoll sind, erfahren Sie in unseren Artikeln "Medikamente gegen Bluthochdruck" und "Bluthochdruck-Tabletten - Ab wann sind sie unerlässlich und werden sie richtig angewendet?"