Hypertonie Grad 1

Hypertonie Grad 1 – Definition und Behandlung

Bluthochdruck gehört in den meisten anderen Industrienationen zu den gefährlichsten Erkrankungen. Immerhin verläuft die Krankheit schleichend und richtet unerkannt Schäden an Organen an. Meist wird die sogenannte Hypertonie erst dann entdeckt, wenn bereits schwerere Schäden bestehen oder es zu einem Schlaganfall bzw. Herzinfarkt gekommen ist. In diesem Beitrag gehen wir dem Begriff "Hypertonie Grad 1" auf den Grund.

Bluthochdruck bezeichnen Mediziner dabei auch als Hypertonie. Sicherlich ist Ihnen dabei auch bereits die Bezeichnung "Hypertonie Grad 1" untergekommen. Was aber bedeutet das? Wie wird die Hypertonie Grad 1 behandelt? Und was können Sie selbst tun, um Ihren Blutdruck zu senken?

Was ist Blutdruck überhaupt?

Das menschliche Herz ist ein Wunderwerk der Evolution. Dieses nur etwa 250 bis 300 Gramm schwere Kraftpaket pumpt mit jedem Schlag Blut durch unseren Körper. Damit sorgt es dafür, dass Nährstoffe und Sauerstoff in alle Körperzellen gelangen und Kohlendioxid sowie Stoffwechselendprodukte abtransportiert werden.  Damit dieser Vorgang effizient funktioniert, muss das Blut mit einem gewissen Druck durch die Gefäße gepumpt werden - schlicht der Blutdruck.

Gemessen wird der Blutdruck in der Einheit mmHg, die generell für die Bezeichnung von Druckverhältnissen in Körperflüssigkeiten verwendet wird. Die Bezeichnung mmHg steht dabei für "Millimeter Quecksilbersäule", wobei 1 mmHg dem Druck entspricht, den eine Quecksilbersäule mit einer Höhe von einem Millimeter ausübt.

Wenn Ihr Arzt Ihren Blutdruck misst, lautet das Ergebnis beispielsweise 130 zu 85. Die erste Zahl steht dabei für den sogenannten systolischen Blutdruck. Dieser entsteht, wenn sich das Herz in der Systole zusammenzieht und das Blut in das Gefäßsystem pumpt. Beim zweiten Wert dagegen handelt es sich um den diastolischen Blutdruck. Er gibt an, wie hoch der Druck ist, wenn sich der Herzmuskel entspannt und wieder mit Blut füllt.

Hypertonie Grad 1 - Definition: Was bedeutet Hypertonie Grad 1 ?

Der Blutdruck liegt im Optimalfall unter 120 mmHg zu 80 mmHg. Diesen Bereich bezeichnen Mediziner als optimalen Blutdruck. Auch Werte von 121-129 mmHg in der Systole und 81-85 mmHg in der Diastole gelten noch als normal. Von "hochnormalem" Blutdruck ist dagegen bei Messwerten von 131-139 mmHg in der Systole und 85-89 mmHG in der Diastole die Rede.

Echter Bluthochdruck beginnt erst ab Blutdruckwerten von 140-159 mmHG (systolisch) und 90-99 mmHg (diastolisch). Dabei handelt es sich nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO um einen leichten Bluthochdruck, die sogenannte Hypertonie Grad 1. Diese wird auch als arterielle Hypertonie bezeichnet.

Statistik: Anteil der Herzinfarktpatienten mit Bluthochdruck nach Geschlecht im Vergleich der Jahre 1987 und 2008 | Statista
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Wie unterscheidet sich Hypertonie Grad 1 von Grad 2 und Grad 3 ?

Zunächst einmal leiden Sie nicht gleich an Bluthochdruck bzw. Hypertonie Grad 1 wenn Sie ab und an einmal Blutdruckwerte oberhalb von 140 mmHg zu 90 mmHg bei sich messen. Bluthochdruck besteht erst dann, wenn die erhöhten Werte dauerhaft auftreten. Das gilt im Übrigen auch, wenn nur der systolische oder nur der diastolische Wert die Grenze der Hypertonie Grad 1 überschreiten. Allgemein unterscheidet sich die Hypertonie ersten Grades von der zweitgradigen Hypertonie durch die Tatsache, dass dieses Stadium ohne Organveränderungen daherkommt.

Ab dauerhaften Blutdruckwerten zwischen 160-179 mmHg (systolisch) und 100-109 mmHg (diastolisch) beginnt nach der WHO die Hypertonie zweiten Grades. Dabei handelt es sich um einen mittelschweren Bluthochdruck mit Organbeteiligung.  Typischerweise ist hier die linke Seite des Herzens bereits leicht vergrößert (Linksherzhypertrophie). Darüber hinaus kommt es zu geringgradigen blutdruckbedingten Schäden an den Nieren (Proteinurie) sowie zu Netzhautveränderungen (Retinopathie).

Die Hypertonie dritten Grades ist das dritte und damit schwerste Stadium des Bluthochdrucks. Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation beginnt die Hypertonie ab einem Wert von 179 mmHg (systolisch) und 109 mmHg (diastolisch). Spätestens in diesem Stadium drohen massive Organschäden, die bis zum Herztod führen können. Der wohl häufigste sogenannte "hypertone" Organschaden ist eine Linksherzinsuffizienz. Infolge der Herzschwäche kann das Herz nicht mehr mit voller Kraft pumpen. Neben Schäden am zentralen Nervensystem und Niereninsuffizienz kommt es außerdem zu schweren Veränderungen der Netzhaut.

Wie gefährlich ist Hypertonie Grad 1 ?

Nach einem Blick auf die Schweregrade des Bluthochdrucks steht die Frage im Raum "wie gefährlich ist Hypertonie Grad 1 ?" Alles halb so wild? Schließlich handelt es sich nur um einen leichten Bluthochdruck ohne Organveränderungen? Weit gefehlt, denn eine Hypertonie Grad 1 ist nur in den wenigsten Fällen vorübergehend.

Auch harmlos ist der leichte Bluthochdruck keinesfalls, denn auch ein dauerhaft leicht erhöhter Druck ist eine enorme Belastung für Ihre Gefäße und das Herz. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Patienten in Stadium 1 gar keine Symptome wahrnehmen und sich die Situation oft über viele Jahre hinweg verschlechtert. Nicht umsonst wird Bluthochdruck von Medizinern als "stiller Killer" bezeichnet.

Zudem ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich aus einer unbehandelten Hypertonie ersten Grades eine Hypertonie Grad 2 und später auch eine Hypertonie dritten Grades entwickelt. Um es kurz zu machen: Eine unerkannte Hypertonie Grad 1 ist brandgefährlich. Das bestätigt auch eine im Jahr 2015 im "British Medical Journal" erschienene Studie, die auf über 89.000 Patientendatensätzen basiert. Demnach steigt die Gefahr für Gefäß und Organschäden bei einem Blutdruckanstieg über 150 mmHg erheblich an. Auch die Frage danach, ob eine Behandlung überhaupt notwendig ist, hat sich somit von selbst erledigt.

Hypertonie Grad 1

Gourmet-Tipp bei Bluthochdruck

Blumenkohl-Brokkoli-Auflauf

Zutaten für 4 Personen:

  • 500 g frischer Blumenkohl
  • 500 g frischer Brokkoli
  • 2 Kartoffeln
  • 200 g (bis 16% Fett) Frischkäse
  • alternativ: 200 g (10% Fett) saure Sahne
  • 200 ml (1,5% Fett) Milch
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Zwiebel
  • frische (oder TK) Petersilie
  • Salz
  • Pfeffer
  • Cayenne-Pfeffer
  • 4 Eier
  • Muskat
  • 50 g Parmesan
  • Ofen auf 180 °C vorheizen.
  • Blumenkohl und Brokkoli klein schneiden und ca. 8 Minuten in kochendem Wasser blanchieren. Die Kartoffeln in dünne Scheiben schneiden und ebenfalls im kochendem Wasser 4 Minuten vorgaren. Währenddessen Knoblauch und Petersilie hacken und die Zwiebel würfeln. Den Kochschinken in kleine Stücke schneiden.
  • Frischkäse und Milch miteinander verrühren. Knoblauch- und Zwiebelwürfel sowie die Petersilie dazugeben und mit Salz, Pfeffer und einer Messerspitze Cayenne-Pfeffer würzen. Die Eier unterrühren.
  • Blumenkohl, Brokkoli und Kochschinken in eine Auflaufform geben und die Kartoffelscheiben beliebig einstecken. Mit der Eiersoße übergießen, etwas Muskat über den Auflauf geben. Bei Ober/Unterhitze ca. 35 Minuten backen. Kurz vor dem Servieren mit Parmesan bestreuen.

Ist Hypertonie Grad 1 in der Schwangerschaft normal?

Abgesehen von diversen Primärerkrankungen, Übergewicht und einem schlechten Lebenswandel kann auch eine Schwangerschaft der Auslöser für Bluthochdruck sein. Rund 10 Prozent aller werdenden Mütter entwickelt während der Schwangerschaft einen erhöhten Blutdruck, der meist im Bereich der Hypertonie Grad 1 liegt. Tendenziell ist dabei der diastolische Wert eher bzw. deutlicher erhöht als der systolische Wert.

Tritt der Bluthochdruck erstmals während der Schwangerschaft auf, spricht man von einer schwangerschaftsinduzierten Hypertonie. Auch wenn die Wissenschaft noch keine genaue Ursache kennt, vermuten Forscher aktuell einen Zusammenhang mit der Erhöhung des Blutvolumens während der Schwangerschaft. Besonders hoch ist das Risiko für die Entwicklung einer Hypertonie Grad 1 in der Schwangerschaft bei übergewichtigen Frauen oder falls eine familiäre Vorbelastung hinsichtlich Bluthochdruck besteht.

In gewisser Hinsicht ist leichter Bluthochdruck in der Schwangerschaft also normal, zumal sich der Blutdruck nach der Schwangerschaft meist von allein normalisiert. Dennoch muss der Bluthochdruck überwacht werden. Im schlimmsten Fall entwickelt sich daraus eine Präeklamsie, die früher auch unter der Bezeichnung Schwangerschaftsvergiftung geläufig war.

Hypertonie Grad 1 - Behandlung

In Sachen Blutdruckbehandlung gilt eine eiserne Grundregel: Warten Sie nicht, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist. Je früher Sie etwas gegen zu hohen Blutdruck tun, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Organe Schaden nehmen. Gerade bei leichtem Bluthochdruck des Stadiums Hypertonie Grad 1 halten sich gute Ärzte abhängig vom Allgemeinzustand des Patienten mit der Gabe von Medikamenten zurück.

Hintergrund sind unter anderem Nebenwirkungen wie Allergien, Schwindel und Magen-Darm-Probleme, die viele Blutdrucksenker hervorrufen. Eine Ausnahme besteht dann, wenn es sich um eine sekundäre Hypertonie handelt, die durch eine Grunderkrankung verursacht wird. In diesem Fall steht die Behandlung der Grunderkrankung im Fokus, womit sich der Bluthochdruck in der Regel selbst beseitigt.

Bei ansonsten gesunden Patienten verordnet der Arzt eine Veränderung des Lebensstils. Um Ihre Hypertonie Grad 1 in den Griff zu bekommen, müssen Sie aber nicht erst auf die Intervention Ihres Arztes warten. Noch besser, sie lassen es erst gar nicht so weit kommen. Mit den folgenden Tipps können Sie Ihren Blutdruck bereits deutlich senken.

Mit einfachen Maßnahmen den Blutdruck deutlich senken

  1. 1
    Beschränken Sie Ihren Alkoholkonsum! Wer seinen Konsum auf maximal 1 Glas Bier oder Wein pro Tag senkt, kann bereits viel erreichen. Alkoholfreier Rotwein ist sogar noch besser. Wissenschaftler vermuten, dass die darin enthaltenen Stickoxide die Blutgefäße weiten.
  2. 2
    Nehmen Sie ab! Übergewicht ist einer der Hauptrisikofaktoren für Bluthochdruck. Jedes Kilogramm, um das Sie leichter werden, kann Ihren Blutdruck um bis zu 2 mmHg senken. Schon wer 10 Kilogramm abnimmt (Übergewicht vorausgesetzt), kann seine Werte um bis zu 20 mmHg verbessern.​​​​
  3. 3
    Nehmen Sie weniger Salz zu sich! Unser Körper braucht Salz zwar zum Überleben. Durch unsere moderne Ernährungsweise nehmen wir jedoch zu viel Salz auf. Beschränken Sie Ihren Salzkonsum daher auf 3-6 Gramm pro Tag und vermeiden Sie vor allem stark gesalzene Fertigprodukte.
  4. 4
    Treiben Sie mehr Sport! Studien belegen, dass bereits regelmäßige Bewegung den Blutdruck deutlich senkt. Drei wöchentliche Trainingseinheiten von jeweils 30-45 Minuten Dauer reichen hier bereits für einen merklichen Effekt auf.
  5. 5
    Hören Sie mit dem Rauchen auf! Jede einzelne Zigarette lässt Ihren Blutdruck für rund eine Viertelstunde deutlich messbar ansteigen. Zudem schädigt jeder Zug Ihre Gefäße zusätzlich. Ein Rauchstopp ist damit eine sehr effiziente Sofortmaßnahme zur Blutdrucksenkung. 

Bereits mit diesen einfachen Tipps gelingt es den meisten Patienten, die Hypertonie Grad 1 hinter sich zu lassen und ihren Blutdruck zu normalisieren. Nähere Informationen zu den genannten Tipps und weitere Tipps, wie Sie Ihren Blutdruck ohne Medikamente in den Griff bekommen, erhalten Sie in unserem Artikel zum Thema Bluthochdruck senken.

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