Hoher Blutdruck Ursachen

Hoher Blutdruck Ursachen: Typische Auslöser für die Volkskrankheit Nummer 1

Nach den Zahlen einer groß angelegten Studie des Verbands der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz Interpharmaph waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 31,9 Prozent die mit Abstand die häufigste Todesursache. Ein großer Teil davon ging auf zu hohen Blutdruck und dessen Folgen zurück bzw. wurde dadurch begünstigt. Hoher Blutdruck Ursachen - Was sind überhaupt die Gründe für Bluthochdruck?

Auch wenn sich die Zahlen dank modernster medizinischer Verfahren langsam reduzieren, sind die Fallzahlen noch erschreckend hoch. Verantwortlich dafür ist eine ganze Bandbreite an Ursachen, von denen die meisten leider von uns hausgemacht sind. Was also sind die typischen Auslöser für zu hohen Blutdruck? Wodurch entsteht hoher Blutdruck bei jungen Menschen? Und ist ein erhöhter Blutdruck unter Belastung normal?

Hoher Blutdruck Ursachen: Die Gründe sind vielfältig

Die Volkskrankheit Nummer 1 im deutschsprachigen Raum ist und bleibt hoher Blutdruck. Ursachen gibt es dafür eine Menge, da es sich um einen Mechanismus handelt, der von zahlreichen Stoffwechselprozessen beeinflusst wird. Mediziner unterscheiden zunächst einmal zwischen primärer Hypertonie und sekundärer Hypertonie. In rund 90 Prozent aller Fälle von zu hohem Blutdruck handelt es sich um eine primäre Hypertonie.

Typisch für diese Erscheinungsform ist die Tatsache, dass es keine Ursache bzw. Grunderkrankung gibt, die sich 1 zu 1 als "der" Auslöser nachweisen lässt. Bei der sekundären Hypertonie dagegen ist hoher Blutdruck eine Begleiterscheinung einer Grunderkrankung. Charakteristisch sind hier etwa Funktionsstörungen von Nieren und Schilddrüse.

Im Folgenden möchten wir die Ursachen für zu hohen Blutdruck in dieser Weise unterscheiden. Immerhin können Sie speziell gegen die primäre Hypertonie selbst eine Menge tun. Und das ist auch wichtig, denn nichts ist auf Dauer für Ihr Herz-Kreislauf-System so gefährlich wie hoher Blutdruck. Ursachen sekundärer Natur dagegen, müssen über die Behandlung der Grunderkrankung beseitigt werden.

Ursachen für primäre Hypertonie

Hoher Blutdruck Ursachen - Die Ernährung

Unsere Gesundheit steht und fällt mit unserer Ernährung. Das ist auch im Hinblick auf einen zu hohen Blutdruck nicht anders - und zwar direkt und indirekt. Ein zentraler Faktor der modernen Ernährung ist der viel zu hohe Salzkonsum. Immerhin nehmen Männer durchschnittlich 10 Gramm und Frauen rund 8,5 Gramm Speisesalz pro Tag zu sich. Die empfohlene Tagesdosis liegt je nach Körpergewicht bei ca. fünf Gramm.

Zu viel nicht benötigtes Kochsalz stört den Hormonhaushalt und das für das Herz wichtige Gleichgewicht aus Kalium und Natrium. Verstecktes Salz lauert vor allem in Fertigprodukten, Brot und Wurstwaren. Neben einer zu salzhaltigen Ernährung fördert auch der maßlose Konsum ungesättigter tierischer Fette einen zu hohen Blutdruck. Hier kommt es zu einem Anstieg des "schlechten" LDL-Cholesterins, wobei der Wert des "guten" HDL-Cholesterins stagniert bzw. gleich bleibt.

Statistik: Anteil der Herzinfarktpatienten mit Bluthochdruck nach Geschlecht im Vergleich der Jahre 1987 und 2008 | Statista
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Hoher Blutdruck Ursachen - Übergewicht steigert Bluthochdruckrisiko

Direkt mit der Ernährung und einem Bewegungsmangel verbunden ist Übergewicht als Risikofaktor für hohen Blutdruck. Ab einem Bauchumfang von 102 Zentimetern (Männer) und 88 Zentimetern (Frauen) ist das Risiko für die Entwicklung von Bluthochdruck stark erhöht. Ursächlich sind chemische Prozesse, die vom Bauchfett ausgehen. Es kommt unter anderem zu einem erhöhten Insulinspiegel. Das wiederum reduziert die Blutkonzentration des Botenstoffs ANP, der im Herzen gebildet wird, um das Blutvolumen zu senken.

Ist der Insulinspiegel dauerhaft erhöht, entstehen im Fettgewebe verstärkt Rezeptoren, die den Botenstoff abbauen. Das Resultat, der Selbstschutz des Körpers funktioniert nicht mehr richtig und es entsteht hoher Blutdruck. Ursachen wie Übergewicht und Bewegungsmangel können Sie jedoch leicht in den Griff bekommen. Wie das funktioniert und wie effektiv diese Maßnahmen ohne jegliche Medikamenteneinnahme sind, erfahren Sie in unserem Artikel "Wie Sie mit 10 einfachen Tipps Ihren Bluthochdruck senken".

Hoher Blutdruck Ursachen - Alkohol

Alkohol gehört zum kulturellen Leben dazu. In geringen Maßen ist dagegen auch nichts einzuwenden. Allerdings sollten Sie wissen, dass der Alkoholgenuss den Blutdruck vorübergehend erhöht. Wenn aus dem gelegentlichen Glas Wein regelmäßiger Konsum wird, kann sich auch der Blutdruck chronisch erhöhen. Neben den Schäden am Herz und den Gefäßen gesellen sich Organschäden an der Leber und dem Gehirn.

Hoher Blutdruck Ursachen - Rauchen zerstört Ihre Gefäße

Das Rauchen beschädigt nicht nur Ihre Lungen, sondern auch die Blutgefäße. Insbesondere die freien Radikale haben eine fatale Wirkung auf die "Endothels", die empfindliche Innenauskleidung der Gefäße. Diese büßen durch die Schäden zunehmend die Fähigkeit ein, sich zu weiten. Zusammen mit den sich verschlechternden Fließeigenschaften des Blutes steht am Ende auch hier ein merklich erhöhter Blutdruck. Wer die Glimmstängel aufgibt, kann seinen Blutdruck dagegen in nur wenigen Monaten deutlich senken.

Hoher Blutdruck Ursachen - Kaffee- bzw. Koffein haben Gewöhnungseffekt

Noch in den letzten Jahrzehnten hat man den Kaffee- und Schwarzteekonsum im Hinblick auf hohe Blutdruckwerte sehr kritisch gesehen. Fakt ist:

Der Genuss koffeinhaltiger Getränke wie Kaffee und Schwarztee erhöht den Blutdruck kurzfristig um 10-20 mmHg. Allerdings hält diese Wirkung nur 20-30 Minuten an.

Noch wesentlich interessanter ist der Gewöhnungseffekt, der bereits nach wenigen Wochen eintritt. Bei Kaffeetrinkern ist der Blutdruckanstieg nur noch minimal oder bleibt komplett aus. Die Deutsche Herzstiftung e.V. ist daher der Auffassung, dass 4-5 Tassen Tee bzw. Kaffee, die auf 2-3 Konsumzeiträume pro Tag verteilt werden, unbedenklich sind. Lediglich Patienten, die Beschwerden haben oder bereits unter Herzrhythmusstörungen leiden, sollten auf koffeinhaltige Getränke verzichten.

Gourmet-Tipp bei Bluthochdruck

Asiatischer Hähnchen Salat mit Sesam

Zutaten (4 Personen):

  • 500 g Hähnchenbrustfilet
  • 1/2 rote Chilischote gross
  • 1 Salatgurke
  • 1-2 TL Szechuan-Pfeffer
  • 3 EL Erdnussöl
  • Salz
  • 5 EL Sesamsamen
  • 4 EL Ketjap Manis
  • 1 Knoblauchzehe
  • 4 EL Sesamöl zum betröufeln
  • 100 g getrocknete japanische Soba-Nudeln
  • Hähnchenbrust waschen und in einen Topf mit leicht gesalzenem Wasser geben. Wasser zum Kochen bringen, Hitze reduzieren und das Hähnchenfilet 10-15 Minuten gar ziehen.
  • Gurke waschen, längs halbieren und die Kerne entfernen. In dünne Scheiben schneiden. Chili waschen, und in feine Ringe schneiden.
  • Hähnchenfilet aus dem Wasser nehmen, in Alufolie wickeln und etwas ruhen lassen.
  • Erdnussöl mit Chili und Szechuan-Pfeffer in einer Pfanne erhitzen, bis der Pfeffer aromatisch duftet. Gurke dazugeben und ein wenig salzen. Ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze garen, aus der Pfanne nehmen und beiseitestellen.
  • Sesamsamen kurz in einer Pfanne rösten, bis sie anfangen zu glänzen. Knoblauch schälen und mit 4 EL Sesam in einem Mörser fein zerstoßen. Restlichen Sesam, Ketjap Manis, Sesamöl und etwa 5 EL Wasser dazugeben und alles gut verrühren.
  • Das Hähnchenfleisch aus der Folie nehmen, in kleine Stücke zupfen, unter die Soße mischen und kurz durchziehen lassen. Währenddessen die Nudeln nach Packungsanweisung kochen, abgießen und mit kaltem Wasser abspritzen.
  • Nudeln mit den gebratenen Chili-Gurken vermengen, in eine Schale geben und das marinierte Hähnchenfleisch darüber verteilen. Nach Belieben mit ein wenig Sesamöl beträufeln.

Hoher Blutdruck Ursachen - Stress lässt den Blutdruck dauerhaft ansteigen

Dass der Blutdruck in Stresssituationen ansteigt, ist notwendig. Anders würden die menschlichen "Kampf-oder-Flucht"-Mechanismen nicht funktionieren. Allerdings kehren Blutdruck und Puls nach dem Ende der Stresssituation wieder auf ihr Normalniveau zurück. Sind Sie hingegen über lange Zeit chronischem Stress ausgesetzt der nicht überwunden oder ausgeglichen wird, kann sich das vegetative Nervensystem nicht nach unten regulieren.

Der Blutdruck bleibt also auf einem dauerhaft erhöhten Niveau. Dieser Mechanismus ist ein Erbe aus der Zeit, als der Mensch noch vor Raubtieren flüchten musste.  Nur leider weiß unser Organismus nicht, dass Stress auf der Arbeit oder in der Familie in der Regel keine lebensbedrohliche Situation ist. Vereinfacht gesprochen könnte man gerade in unserer hektischen Welt sagen, dass hoher Blutdruck psychische Ursachen hat. Ob es nun Streit, Ärger, Leistungsdruck, Existenzängste oder sonstige Auseinandersetzungen sind, spielt dabei keine Rolle.
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Hoher Blutdruck Ursachen - Mit steigendem Alter verändert sich der Blutdruck

Das Erreichen eines hohen Lebensalters in Verbindung mit den degenerativen Prozessen im Organismus ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von hohem Blutdruck. Immerhin verschleißen die Gefäße mit zunehmendem Alter durch Kalkablagerungen und verlieren ihre Elastizität. Ab einem Alter von 55 Jahren (Männer) bzw. 65 Jahren (Frauen) steigt das Risiko für einen sich schleichend erhöhenden Blutdruck deutlich an. Bei Frauen besteht zudem ein Zusammenhang zwischen dem Eintritt in die Wechseljahre und einem hohen Blutdruck.

Mögliche Auslöser für sekundäre Hypertonie

Bei der sekundären Hypertonie geht der erhöhte Blutdruck klar auf das Konto einer Grunderkrankung. Er tritt sozusagen als Begleiterscheinung oder Symptom auf. Häufig ist der Auslöser eine Nierenerkrankung. Dazu zählen etwa chronische Nierenleiden wie Zystennieren oder chronische Glomerulonephritis, die zum Nierenversagen (Niereninsuffizienz) führen können. Hinzu kommt die verbreitete Verengung von Nierenarterien (Nierenarterienstenose). Auch die angeborene Verengung der Hauptschlagader (Aortenisthmus-Stenose) kann die Ursache für eine sekundäre Hypertonie sein.

Weitere Ursachen sind Stoffwechselstörungen und Störungen des Hormonhaushalts. Klassischerweise liegt eine Funktionsstörung der Schilddrüse zugrunde. Bluthochdruck tritt vorrangig im Zusammenspiel mit einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) auf.

Hoher Blutdruck Ursachen - Oft hormonell bedingt

  • Akromegalie: Bei dieser Erkrankung sorgt ein in der Regel gutartiger Tumor im Vorderlappen der Hirnanhangdrüse für eine weitgehend unkontrollierte Ausschüttung von Wachstumshormonen. In der Folge wachsen Körperteile wie Füße, Hände, Unterkiefer oder Nase drastisch an. 
  • Androgenitales Syndrom: Die auf einen nicht behandelbaren Gendefekt zurückgehende, vererbbare Erkrankung stört die Produktion der Hormone Kortisol und Aldosteron in der Nebennierenrinde.
  • Conn-Syndrom: Auslöser ist oftmals ein in der Regel gutartiger Tumor in der Nebennierenrinde. Ebenso wie beim Androgenitalen Syndrom kommt es zu einer Störung der Aldosteron-Produktion.
  • Cushing-Syndrom: Beim Cushing-Syndrom schüttet der Organismus zu große Mengen des Stresshormons Kortisol aus. Da das Hormon unter anderem eine Rolle für den "Flucht- oder Kampf"-Mechanismus spielt, kann eine erhöhte Ausschüttung von Cortisol den Blutdruck merklich anheben.
  • Phäochromozytom: Auch hier ist der Auslöser ein meist gutartiger Tumor in der Nebennierenrinde. Dieser sorgt für die vermehrte Produktion von Stresshormonen wie Adrenalin, Noradrenalin und Katecholamin, was den Blutdruck episodenweise ansteigen lässt. Hinzu kommen in diesen Episoden Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen und Herzrasen.

Weitere Ursachen für hohen Blutdruck

Medikamente und zahlreiche Drogen zählen ebenfalls zu den Auslösern einer sekundären Hypertonie. Ein Klassiker sind beispielsweise Hormonpräparate wie die "Anti-Baby-Pille". Wichtig: Die potenziell Blutdruck erhöhende Wirkung besitzen überwiegend Präparate auf Hormonbasis. Bei anderweitigen Präparaten ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten der unerwünschten Nebenwirkung deutlich geringer. Darüber hinaus können auch Rheumamedikamente sowie stimulierende Drogen wie Kokain oder Amphetamine den Blutdruck in einer krankhaften Weise stark erhöhen.

Ist hoher Blutdruck bei Belastung normal?

Hoher Blutdruck muss nicht immer das Zeichen einer Erkrankung oder allgemein eine krankhafte Erscheinung sein. Ein gutes Beispiel ist der Sport. Wenn wir Sport treiben, passt sich unser Organismus an die ihm abgeforderte Leistung an. Unter Höchstbelastung ist das Ergebnis klar, ein erhöhter Puls und ein hoher Blutdruck.

Ursachen hierfür liegen auf der Hand, denn um die Muskulatur ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen zu können, muss das Herz deutlich kräftiger arbeiten. Unter Höchstbelastung können bei einem gesunden Erwachsenen durchaus Werte von über 190 mmHg (systolisch) erreicht werden. Allerdings nimmt die Höhe der Blutdruckwerte parallel zu einem verbesserten Trainingszustand ab.

Anders als beim dauerhaften Bluthochdruck kann der Organismus mit kurzzeitigen Belastungsspitzen beim Sport sehr gut umgehen. Hoher Puls- und Blutdruck sind beim Sport damit normal, solange nicht die Schwelle von 220 mmHg (systolisch) überschritten wird. Ab diesem Wert sprechen Mediziner von einer Belastungshypertonie, die Sie medizinisch abklären lassen sollten.

Plötzlich hoher Blutdruck - Ursachen für massiv ansteigenden Druck in den Gefässen

Als plötzlich hohen Blutdruck bezeichnet man unvermittelt massiv ansteigende Blutdruckwerte. Diese liegen deutlich höher als bei "normalen" Bluthochdruck. Mediziner unterscheiden hier zwischen der hypertensiven Krise und dem hypertensivem Notfall. Typisch ist hier der belastungsunabhängige, schnelle Anstieg des Blutdrucks auf Werte von über 180 mmHg (systolisch) und 100 mmHg (diastolisch).

Insbesondere in einer hypertensiven Krise können auch Werte von 230 mmHg (systolisch) zu 120 mmHg (diastolisch) erreicht werden. Beim hypertensiven Notfall besteht akute Lebensgefahr. Mehr zu den Symptomen und Warnzeichen lesen Sie in unserem Artikel "Plötzlich hoher Blutdruck - Muss ich mir Sorgen machen?"  Ursächlich für diesen plötzlichen Blutdruckanstieg sind u.a. extremer Stress, Drogenmissbrauch, Alkoholkonsum und Alkoholentzug, Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) oder ein vorgeschädigtes Herz-Kreislauf-System.

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