Hoher Blutdruck Symptome

Hoher Blutdruck Symptome: Typische Anzeichen für Bluthochdruck

Bluthochdruck ist keine Bagatelle. Immerhin hat diese oftmals unentdeckte Fehlfunktion Auswirkungen auf den gesamten Körper. Unbehandelt kann es im schlimmsten Fall zu tödlichen Organschäden kommen. Immerhin sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Todesursache Nummer eins in Europa. Umso wichtiger ist es, Bluthochdruck so früh wie möglich zu erkennen. Dazu ist es allerdings notwendig, dass Sie die typischen Symptome für einen zu hohen Blutdruck kennen und diese einordnen können.

Hoher Blutdruck ist eine schleichende Gefahr 

Auch wenn jeder den Begriff Bluthochdruck (auch: Hypertonie) kennt, gehen wir in den wenigsten Fällen davon aus, dass uns dieses Thema einmal betreffen wird. Umso größer ist die Überraschung, wenn der Hausarzt bei einem Routinebesuch plötzlich den Verdacht auf Bluthochdruck äußert. Das Problem an hohem Blutdruck ist, dass Sie ihn anders als etwa einen schnellen Pulsschlag nicht wirklich spüren können. 

Über viele Jahre hinweg kann ein hoher Blutdruck sogar völlig ohne Symptome verlaufen.  Währenddessen sind die Gefäße und das Herz dennoch erheblichen Belastungen ausgesetzt, die sie schädigen. Häufig wird zu hoher Blutdruck daher erst erkannt, wenn bereits schwerere Komplikationen wie Atemnot oder gar ein Herzinfarkt vorliegen. Ärzte sprechen daher von einer "stillen" Gefahr. Dennoch verursacht hoher Blutdruck Symptome, die auf einen zu hohen Druck schließen lassen.

Hoher Blutdruck Symptome sind nicht gleich offensichtlich

Das große Problem ist, dass zu hoher Blutdruck Symptome hervorruft, die nicht spezifisch sind. Das bedeutet, dass sich diese nicht eindeutig dem Bluthochdruck zuordnen lassen und auch andere Ursachen haben können. Gerade im mittleren Lebensalter werden diese Warnsignale häufig mit den typischen körperlichen Veränderungen des Alterns oder hormonellen Schwankungen in den Wechseljahren verwechselt.

Auch Stress bei der Arbeit oder allgemein eine stressige Umgebung dienen häufig als Erklärung für körperliche Warnsignale. Bis diese Signale auftreten, kann der Blutdruck allerdings bereits Schäden angerichtet haben, da die ersten Schädigungen zunächst die zahlreichen kleinen Blutgefäße betreffen. Spürbar werden häufig Symptome oft erst dann, wenn bereits Organe in ihrer Funktionstätigkeit eingeschränkt sind. Umso wichtiger ist es, dass Sie bei den folgenden Anzeichen hellhörig werden, sofern diese regelmäßig auftreten.

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Symptome für hohen Blutdruck

Ein übliches Symptome für zu hohen Blutdruck sind häufig auftretende Kopfschmerzen. Diese sitzen in der Regel im Bereich des Hinterkopfs und können sowohl druckartig als auch pulsierend ausfallen. Typischerweise treten bluthochdruckbedingte Kopfschmerzen vermehrt nach dem Aufwachen auf. Ursächlich ist hier der nächtliche Bluthochdruck, der die Gefäße zusätzlich belastet. Bei einem Menschen ohne Bluthochdruck sinkt der Druck im Schlaf normalerweise um rund 15 Prozent ab. Ebenfalls auf das Konto des nächtlichen Hochdrucks gehen Ein- und Durchschlafstörungen. Diese sind bei Menschen besonders häufig, die bereits unter Schlafapnoe leiden. Weiterhin verursacht hoher Blutdruck Symptome wie:

  • Leicht gerötetes Gesicht 
  • Sichtbar hervortretende Äderchen (vor allem im Bereich der Augen)
  • Gesteigerte Nervosität und Reizbarkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Häufigere Stimmungs-schwankungen
  • Unerklärliche Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Erektionsstörungen
  • Nachlassende Leistungsfähigkeit
  • Luftnot und Kurzatmigkeit bei Anstrengungen
  • Engegefühl in der Brust
  • Durchblutungsstörungen in den Beinen
  • Ohrensausen
  • Schwindelgefühle, die ohne Grund auftreten
  • Herzrasen und Herzrhythmusstörungen

Interessant:

Bei vielen Menschen verstärken sich die Symptome bzw. mögliche Anzeichen für zu hohen Blutdruck in der kalten Jahreszeit.

Hoher Blutdruck Symptome: Sehstörungen

Ein zu hoher Blutdruck hat auch Auswirkungen auf die Augen. Da zunächst die kleinen Gefäße von den Auswirkungen des Drucks erfasst werden, betrifft dies auch die feinen Netzhautvenen und Arteriolen. Auch die Gefäße der unter der Netzhaut liegenden Aderhaut können in Mitleidenschaft gezogen werden. Das ist besonders problematisch, da die Aderhaut die Sinneszellen der Netzhaut ernährt.

Diese nehmen die Lichtimpulse auf und wandeln Sie in Nervenimpulse um, die im Gehirn wiederum zu Bildern verarbeitet werden. Durch zu hohen Blutdruck können sich die Gefäße vorübergehend oder dauerhaft verändern. Sie können sich schlängeln, Aussackungen bilden oder sich sogar verschließen. In der Folge kommt es zu einer Versorgungsstörung der Netzhaut, zu Blutungen im Bereich der Netzhaut sowie zu Ablagerungen.

Infolge der Unterversorgung kann es zur vorübergehenden und dauerhaften Beeinträchtigung der Sehkraft kommen. Typisches Anzeichen für die hypertensive Retinopathie sind Sehstörungen wie Doppelbilder, verschwommenes Sehen oder ein zunehmend nachlassendes Sehvermögen. In späteren Stadien kann es zudem zu Gesichtsfeldausfällen kommen. Je früher die Problematik erkannt wird, desto eher lassen sich dauerhafte Netzhautschäden durch Bluthochdruck vermeiden.

Hoher Blutdruck Symptome: Ohrensausen

Ohrensausen ist ein häufiges Symptom bei Bluthochdruck. Dabei handelt es sich allerdings um keine von außen eindringenden Geräusche, sondern um den Fluss Ihres Blutes. Sie hören dabei Ihr Blut durch die Gefäße fließen. Typischerweise klingt das Ohrensausen nicht immer wie ein dauerhaftes Rauschen. Bei vielen Patienten zeigt es sich anhand eines Surrens oder Knistern.

Häufig pulsiert das Rauschen auch im Takt des Herzschlags. Nicht immer ist das Rauschen beim aufrechten Stehen oder Sitzen hörbar. Manche Patienten nehmen es lediglich beim Liegen auf der Seite wahr, wenn die ohnehin bereits verengten Gefäße rund um das Ohr weiterem Druck ausgesetzt werden.

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Hoher Blutdruck Symptome: Schwitzen

Eines der häufigsten Symptome insbesondere bei sehr hohen Blutdruckwerten ist Nachtschweiß. Dieser entsteht dadurch, dass sich der Blutdruck über Nacht nicht absenkt, sondern auf einem hohen Niveau verharrt. Das wiederum ist für den Organismus eine große Anstrengung. Als Gegenmaßnahme beginnt der Körper zu schwitzen.

Üblicherweise liegt der sich nachts bildende Schweiß kalt auf der Haut und wird erst beim Aufwachen als solcher wahrgenommen. Vermehrtes Schwitzen kann aber auch tagsüber auf einen zu hohen Blutdruck hindeuten. Typisch ist hier das ungewohnt starke Schwitzen bei leichter Anstrengung. In manchen Fällen kann es auch zu plötzlichen Schweißausbrüchen ganz ohne vorherige Anstrengung kommen.

Hoher Blutdruck Symptome: Nasenbluten

Nasenbluten ist ebenso wie Kopfschmerzen, Übelkeit und vermehrtes Schwitzen ein sehr unspezifisches Symptom, das viele Ursachen haben kann. Vor allem im Winter macht die trockene Heizungsluft den Nasenschleimhäuten zu schaffen. Nun reicht eine leichte mechanische Beeinflussung, um ein Gefäß zum Reißen zu bringen. Tritt das Nasenbluten aber häufig ohne erkennbaren Grund auf, ist das ein Alarmzeichen.

Durch den zu hohen Blutdruck werden die feinen Gefäße in der Nasenschleimhaut enorm beansprucht und neigen leichter zum Platzen. Nasenbluten tritt bei Patienten mit hohem Blutdruck daher häufig bei körperlicher Belastung auf, wobei der Blutdruck zusätzlich weiter ansteigt.  Häufiges unbegründetes Nasenbluten sollte unbedingt von einem Arzt untersucht werden, da neben Bluthochdruck auch andere Ursachen dahinterstehen können.

Wichtig:

Die Art und vor allem die Stärke der auftretenden Symptome sind kein Indikator für die Ausprägung für den Hypertoniegrad. Während manche Patienten bereits bei geringfügig erhöhtem Blutdruck spezifische Symptome zeigen, leben viele andere Patienten über Jahre hinweg symptomfrei mit relativ hohen Blutdruckwerten. Die verlässlichste Methode ist daher das regelmäßige Messen des Blutdrucks.

Hoher Blutdruck Symptome: Schwangerschaft

In manchen Fällen entwickelt sich im Verlauf einer Schwangerschaft erstmals Bluthochdruck. Die sogenannte Präeklamsie ist eine Schwangerschaftserkrankung, die bei rund fünf Prozent aller Schwangerschaften auftritt. Von einer solchen Präeklamsie sprechen Mediziner, wenn es nach der 20. Schwangerschaftswoche zu einer Kombination von hohem Blutdruck (über 140 mmHg zu 90 mmHg) und Proteinausscheidung im Urin kommt. 

Der Auslöser für die früher als Schwangerschaftsvergiftung bekannte Erkrankung ist derzeit nicht bekannt. Mediziner vermuten jedoch einen Zusammenhang mit der Erhöhung des Blutvolumens und der Stoffwechselumstellung.  Da eine Präeklamsie eine ernstzunehmende Bedrohung für Mutter und Kind ist, sollten Sie die typischen Symptome kennen.

Symptome für eine Präeklamsie

Während der Schwangerschaft sind leichte Wassereinlagerungen in den Beinen normal. Starke Wasseransammlungen an den Händen und im Gesicht gelten jedoch als Warnzeichen für eine Präeklamsie. Durch den länger anhaltenden Bluthochdruck kann es zur Schädigung der Gefäße des Mutterkuchens kommen. Infolge der gestörten Nährstoffversorgung kommt es zur sogenannten Wachstumsretardierung. Im Klartext: Das Kind ist für das Schwangerschaftsalter merklich zu klein.


In schweren Fällen sorgt der plötzliche Blutdruckanstieg für neurologische Symptome wie nervöse Muskelreflexe, allgemeine innere Unruhe und Sehstörungen wie Doppelbilder, Gesichtsfeldeinengung und Flimmern. Hinzu kommen häufig Kopfschmerzen, Übelkeit, Ohrensausen und starke Oberbauchschmerzen. In einem solchen Fall ist es höchste Zeit, einen Arzt aufzusuchen.

Hoher Blutdruck Symptome für einen akuten Notfall

In der Regel sind die meisten Symptome unangenehm und sollten ärztlich untersucht werden. Vor allem, wenn sie gehäuft und in Kombination miteinander auftreten. In einigen Fällen kann der Blutdruckanstieg jedoch bedrohlich werden, sodass davon ganz akut eine Gefahr ausgeht. Tritt eine starke Blutdruckerhöhung in Kombination mit starken Schmerzen bzw. Brennen oder hohem Druck im Brustkorb auf, müssen Sie einen Notarzt alarmieren

Weitere akute Alarmzeichen sind starke Atemnot, epilepsieähnliche Krampfanfälle, deutliche Benommenheit, starke Übelkeit mit und ohne Erbrechen sowie Sprechstörungen und Lähmungen. All diese Symptome können die Vorboten für lebensgefährliche Folgeerscheinungen wie Herzversagen, Herzinfarkte oder einen Schlaganfall sein.

Was, wenn hoher Blutdruck ohne Symptome bleibt?

In manchen Fällen geht ein hoher Blutdruckanstieg ohne die typischen Symptome daher. Die gute Nachricht ist, dass hohe Blutdruckwerte ohne auftretende Bluthochdrucksymptome meist keine Notfälle sind. Dennoch sollten Sie Ihren erhöhten Blutdruck nicht bagatellisieren. Wichtig ist daher die regelmäßige Kontrolle Ihrer Blutdruckwerte mit Hilfe eines hochwertigen Blutdruckgeräts. Während die üblichen Blutdrucksymptome sehr unspezifisch sind, sind fixe Messwerte das einzige verlässliche Symptom. 

Wenn Sie regelmäßig Werte oberhalb von 140 mmHg zu 90 mmHg feststellen, sollten Sie die Thematik mit Ihrem Arzt besprechen. Da Bluthochdruck aufgrund mangelnder Symptome oft lange unentdeckt bleibt, sollten auch fitte junge Menschen regelmäßig ihren Blutdruck überprüfen. Laut Ärzten gehören vor allem Männer zwischen 20 und 50 zu einer Risikogruppe, bei der zu hoher Blutdruck durch mangelnde Arztbesuche erst spät entdeckt wird.

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