Bluthochdruck Werte

Bluthochdruck Werte – Was sagen sie aus und wie sind sie zu bewerten?

Das Blutdruckmessen gehört beim Arztbesuch dazu, wie das Amen in der Kirche. Auch Sie haben sicherlich schon etliche Male Ihren Blutdruck im Spital oder beim Arzt gemessen bekommen oder dies selbst getan. Damit sind Ihnen auch Zahlenpaare wie "120 zu 80" nicht fremd. Die wenigsten Menschen wissen allerdings genau, was es mit diesen Zahlen genau auf sich hat und wie die einzelnen Bluthochdruck Werte einzuordnen sind.

Dabei ist genau das für die Beurteilung der Bluthochdruck Werte von großer Bedeutung. Wie wollen Sie sonst einschätzen, wo sich Ihre Blutdruckwerte im Vergleich zu den Normwerten befinden oder wie erfolgreich Ihre Gegenmaßnahmen gegen den Bluthochdruck bereits waren?

Bluthochdruck - Was sagen die Werte aus?

Damit unser Organismus optimal funktioniert und unter allen Voraussetzungen Leistung erbringen kann, passt sich die Pumpleistung unseres Herzens flexibel an. Neben dem Puls, der Auskunft darüber gibt, wie oft das Herz pro Minute pumpt, spielt auch der Blutdruck eine zentrale Rolle. Dabei handelt es sich um den Druck, mit dem das Blut in das Gefäßsystem hinein- bzw. hinausgepumpt wird.

Reguliert wird der Blutdruck unter anderem durch Hormone und andere Botenstoffe, die in den Nieren und der Nebennierenrinde hergestellt werden. Diese wiederum steuern die Weite der Gefäße, durch welche das Blut hindurchfließen muss. Sind die Gefäße weit, ist der Blutdruck niedriger als bei verengten Gefäßen. Ob der Blutdruck in Ordnung ist, das überprüfen und regulieren Rezeptoren als eine Art Druckmessfühler in der Hauptschlagader und der Halsschlagader.

Interessant:

Durch das Massieren Ihrer Halsschlagader können Sie daher Puls und Blutdruck senken.

Nun aber zur Bedeutung der eigentlichen Messwerte. Bluthochdruck Werte werden ebenso wie normale Blutdruckwerte als Doppelwerte aus dem sogenannten systolischen und diastolischen Blutdruck angegeben. Bemessen wird der Blutdruck in der Einheit mmHg. Die Einheit mmHg steht dabei für "Millimeter Quecksilbersäule". Diese Bezeichnung stammt noch aus der Zeit, als man den Blutdruck noch mit echten "Quecksilber-Säulen" ermittelt hat.

Dabei wurde als Anzeige eine senkrechte mit Quecksilber gefüllte Säule verwendet. Ein Wert von 130 mmHg entspricht dabei einem Druck, den eine 130 Millimeter hohe Quecksilber-Säule ausübt. Heute misst natürlich kein Blutdruckgerät mehr mit Quecksilber, sondern ermittelt die Werte indirekt in Bar oder Pascal. Dennoch werden Blutdruck-Werte bis heute in mmHg umgerechnet.

Info: Warum überhaupt Quecksilber?

Das ist eine berechtigte Frage. Immerhin ist Quecksilber ein giftiges Schwermetall. Aber genau in dieser Eigenschaft liegt die Antwort. Denn, um den Blutdruck etwa mit einer Wassersäule zu messen, müsste die Messsäule über 10 Meter hoch sein. In der frühen Medizin hat man sich deshalb für Quecksilber entschieden. Das Metall ist nicht nur 13,6-mal schwerer als Wasser, sondern auch noch bei Zimmertemperatur flüssig. Auch Thermometer waren früher aus diesem Grund mit Quecksilber gefüllt.

Bluthochdruck - Unterer Wert und oberer Wert

Der Herzschlag besteht physiologisch betrachtet aus zwei Phasen. Hierbei handelt es sich um die Systole und die Diastole. Während der sogenannten Systole kontrahiert das Herz. Dadurch drückt es das Blut aus der rechten Herzkammer in den Lungenkreislauf. Dort wird es mit Sauerstoff angereichert und fließt über das linke Herz und die linke Herzkammer in das Gefäßsystem hinein. Aus diesem Grund bezeichnet man die Systole auch als "Austreibungsphase".

Der obere Blutdruckwert (systolischer) Wert entspricht dem Druck, mit dem das "frische" Blut in den Körper fließt. Die Diastole dagegen bezeichnet die sogenannte Entspannungsphase oder Erschlaffungsphase des Herzens. Hier erschlafft das Herz, sodass sauerstoffarmes Blut aus dem Kreislauf in das Herz hinein gelangt. Das Herz füllt sich dabei mit Blut, woraufhin sich eine erneute Auswurfphase anschließt. Aus diesem Grund ist der diastolische Blutdruck-Wert bei einem gesunden Menschen immer niedriger als der systolische Blutdruckwert.

Beide Werte lassen zudem einen Rückschluss auf den Gefäßquerschnitt zu. Während der systolische Blutdruck Rückschlüsse auf den Querschnitt und die Elastizität insbesondere der großen Gefäße zulässt, ermöglicht der diastolische Wert eine Einschätzung des Gesamtgefäßquerschnitts aller kleinen und großen Gefäße. Ein Blutdruck-Wert von "120 zu 80" sagt also aus, dass das Blut mit einem Druck von 120 mmHg in das Gefäßsystem gepumpt wird und mit einem Druck von 80 mmHg zurück ins Herz strömt.

Statistik: Anteil der Hypertoniker in Deutschland nach Alter im Jahr 2011 | Statista
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Welche Blutdruck Werte sind normal?

Welche Bluthochdruck Werte bzw. Blutdruck-Werte "normal" sind, das ist wohl die am häufigsten gestellt Frage rund um den Blutdruck. Die Antwort darauf lautet: Es kommt darauf an. Wir Menschen sind nun einmal völlig verschieden. Während der Blutdruck eines Menschen etwa sehr empfindlich auf Salz reagiert, hat der andere einen "normalen" Blutdruck, der deutlich unter dem als "optimal" definierten Blutdruck liegt.

Ein anderer Patient wiederum ist mit einem leicht oberhalb des Optimums liegenden Blutdruckwert kerngesund. Als Orientierungspunkt für einen optimalen Blutdruck gilt in der Medizin dennoch ein Wert von etwa 120 mmHg zu 80 mmHg. Wie die folgende Tabelle verdeutlicht, ist der "Normalbereich" jedoch deutlich größer.

Bluthochdruck Werte Tabelle

Bluthochdruck Werte Tabelle

Blutdruck-Klassifikation

Systole

Diastole

niedrig

unter 105 mmHg

und

unter 60 mmHg

optimal

105-119 mmHg

und

60-79 mmHg

normal

120-129 mmHg

und/oder

80-84 mmHg

normal-hoch

130-139 mmHg

und/oder

85-89 mmHg

leichter BLuthochdruck (Hypertonie Grad I)

140-159 mmHg

und/oder

90-99 mmHg

mittelschwerer Bluthochdruck (Hypertonie Grad II)

160-179 mmHg

und/oder

100-109 mmHg

schwerer Bluthochdruck (Hypertonie Grad III)

über 180 mmHg

und/oder

über 110 mmHg

Bluthochdruck Werte in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft können die Blutdruckwerte aufgrund hormoneller Umstellungen und der erhöhten Blutmenge schwanken. Häufig klagen schwangere Frauen über starke Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Stimmungsschwankungen. 

Das liegt oft daran, dass die Blutdruckwerte im niedrigen Bereich oder vereinzelt noch tiefer liegen. Das ist zwar unangenehm, hat aber in der Regel keine gesundheitlichen Konsequenzen.


Ein wenig Bewegung und eine ausgewogene Ernährung reichen oft schon, um den Blutdruck auf das Normalmaß anzuheben. Brandgefährlich ist in der Schwangerschaft ein zu hoher Blutdruck.

Stellen Sie häufiger einen ungewöhnlich hohen Blutdruck fest, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Präeklamsie (ugs. Schwangerschaftsvergiftung) kommen.

Bluthochdruck Werte - Alter hat einen Einfluss auf die Normalwerte

Das Alter ist einer der entscheidenden Faktoren, wenn es um die Beurteilung des Blutdrucks und um Bluthochdruck Werte geht. Grundsätzlich liegt der "normale" Blutdruck bei Kindern deutlich niedriger als bei Erwachsenen. Mit zunehmendem Lebensalter steigt der "Normalwert" bzw. "Optimalwert" auch bei älteren Menschen auf ganz natürliche Weise durch den Verschleiß des Gefäßsystems an. Die folgende Auflistung gibt Ihnen einen Überblick über die Blutdruck-Normalwerte in verschiedenen Altersstufen.

  • Säuglinge: 60 mmHg (systolisch) - 35 mmHg (diastolisch)
  • ca. 1 Jahr: 85 mmHg (systolisch) - 40 mmHg (diastolisch)
  • ca. 4 Jahre: 95 mmHg (systolisch) - 50 mmHg (diastolisch)
  • ca. 8 Jahre: 100 mmHg (systolisch) - 60 mmHg (diastolisch)
  • ca. 12 Jahre: 105 mmHg (systolisch) - 62 mmHg (diastolisch)
  • ca. 16 Jahre: 115 mmHg (systolisch) - 65 mmHg (diastolisch)
  • Erwachsener: 120 mmHg (systolisch) - 80 mmHg (diastolisch)
  • Senioren ab ca. 65 Jahren: 140 mmHg (systolisch) - 80-85 mmHg (diastolisch)

Ab wann wird es gefährlich?

Da zu hoher Blutdruck auf Dauer wichtige Organe wie das Herz, die Nieren, die Augen und das Gehirn sowie das Gefäßsystem schädigt, sind Bluthochdruck-Werte oberhalb des "normal-hohen" Bereichs potenziell gefährlich. Als Grenzwert gilt hier die Schwelle von 140 mmHg zu 90 mmHg. Ab dieser Schwelle werden Ihre Gefäße und Organe stetig höheren Belastungen ausgesetzt.

Im Laufe der Zeit können sich verfrühte Verschleißerscheinungen am Organ- und Gefäßsystem einstellen, die den Prozess wie bei einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung weiter vorantreiben. Je länger der Zustand der erhöhten Bluthochdruck Werte anhält, desto größer ist die Gefahr für langfristige Folgeschäden. Im Gegenzug gilt aber auch: Je früher Sie eingreifen, desto leichter ist es, zu Normalwerten zurückzukehren, die den Organismus nicht belasten.

Spätestens, wenn Sie sich dauerhaft im Bereich der erstgradigen Hypertonie befinden, sollten Sie Gegenmaßnahmen ergreifen. Wie Sie das am besten anstellen, erfahren Sie in unserem Artikel "Wie Sie mit 10 einfachen Tipps Ihren Bluthochdruck senken".

Bluthochdruck Werte müssen nicht gemeinsam erhöht sein

Die Bluthochdruck-Werte müssen sich nicht zwangsweise gleich entwickeln. Häufig kommt es vor allem bei älteren Menschen dazu, dass sich der systolische Wert losgelöst vom diastolischen Wert steigert. Mediziner sprechen dann von einer "isolierten systolischen Hypertonie". Dabei handelt es sich um ein eigenes Krankheitsbild, das häufig einfach als "Altershochdruck" abgetan wird. Das Auseinanderdriften des systolischen und diastolischen Werts ist jedoch alles andere als harmlos, da das Risiko für schwere kardiovaskuläre Vorfälle stark ansteigt.

Die isolierte systolische Hypertonie kann vereinzelt auch bei jungen Menschen auftreten. Dahinter steckt in einem solchen Fall beispielsweise eine Funktionsstörung an der Aortenklappe. Da die Therapie mitunter schwierig ist, sollten Sie bei einem Verdacht den Rat eines Arztes einholen. Sie wissen ja: Je früher Sie handeln, desto besser die Prognose.

Was, wenn die Blutdruck Werte plötzlich nach oben schnellen?

Dauerhaft hoher Blutdruck ist eine schleichende Gefahr, da die Symptome oft über lange Zeit unerkannt bleiben. Mediziner bezeichnen Bluthochdruck daher auch als "schleichenden Killer." In der Regel lassen Ihnen konstante Bluthochdruck Werte genügend Zeit zum Handeln. Schnellt Ihr Blutdruck jedoch ohne ersichtlichen Grund rasant nach oben, kann es durch enorme Blutdruckspitzen schnell sehr gefährlich werden.

Typisch ist, dass der Blutdruck ausgehend von ihrem persönlichen "Normalwert" schnell in einen Bereich von über 180 mmHg zu 100 mmHg ansteigt. Nicht selten sind auch Blutdruckspitzen von 220 mmHg zu 120 mmHg zu beobachten. Dabei handelt es sich um eine sogenannte hypertensive Krise bzw. um einen hypertensiven Notfall sobald etwa neurologische Symptome dazukommen. Was bei einem plötzlichen und massiven Blutdruckanstieg zu tun ist und wann Sie den Notarzt alarmieren müssen, erfahren Sie in unserem Artikel "Plötzlich hoher Blutdruck - Muss ich mir Sorgen machen?"

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