bluthochdruck ursachen

Bluthochdruck Ursachen – Was sind die häufigsten Ursachen für Bluthochdruck?

Bluthochdruck betrifft hierzulande viele Millionen Menschen und etliche ahnen nicht einmal etwas davon. Vor allem in modernen Gesellschaften ist die Hypertonie als Erkrankung besonders weit verbreitet. Da sie schleichend verläuft und von vielen Betroffenen über Jahrzehnte hinweg nicht bemerkt wird, bezeichnen Mediziner den Bluthochdruck auch als die stille Gefahr. Die Bluthochdruck Ursachen zu kennen ist daher sehr wichtig.

Immerhin führt unbehandelter Bluthochdruck dauerhaft zu dramatischen Organschäden, die vor allem das Herz betreffen. Nicht umsonst sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen hierzulande die Todesursache Nummer 1. Umso dramatischer, dass wir die meisten Bluthochdruck Ursachen selbst in der Hand haben. Andere Bluthochdruck Ursachen gehen wiederum auf organische Auslöser zurück. Was also sind die häufigsten Ursachen für Bluthochdruck?

Primärer oder sekundärer Bluthochdruck?

Bevor wir zu den handfesten Bluthochdruck Ursachen kommen, müssen wir zunächst eine wichtige Unterscheidung treffen. Wenn wir über Bluthochdruck Ursachen sprechen, müssen wir zwischen dem primären Bluthochdruck und dem sekundären Bluthochdruck unterscheiden. Bei der sekundären Hypertonie ist der Bluthochdruck nicht die eigentliche "Grunderkrankung". Vielmehr ist der zu hohe Blutdruck lediglich ein Symptom einer anderweitigen Grunderkrankung wie einer Störung der Schilddrüse. In einem solchen Fall ist es das Ziel, die Grunderkrankung selbst zu behandeln.

In diesem Kontext lässt sich auch der Bluthochdruck in den Griff bekommen. Allerdings fallen nur rund 10 Prozent aller Fälle von Bluthochdruck unter diese Definition. Beim Löwenanteil aller Fälle handelt es sich um die primäre Hypertonie. Bei dieser auch als essenziellen Hypertonie bekannten Form, lässt sich keine Grunderkrankung als Ursache der zu hohen Blutdruckwerte nachweisen. In der Regel liegt die Ursache hier im Lebensstil des Betroffenen. Das wiederum unterstreicht den Charakter von Bluthochdruck als Zivilisationskrankheit.

Ab wann ist mein Blutdruck wirklich zu hoch?

Von Bluthochdruck sprechen Mediziner ab Messwerten von 140 zu 90 mmHg. Gemeint ist damit allerdings der Blutdruck im Ruhezustand, wenn Sie sich ein paar Minuten im Sitzen völlig entspannt haben. Viele Menschen neigen jedoch dazu, ihren Blutdruck unmittelbar zu messen, nachdem sie sich hingesetzt haben, und erhalten entsprechend hohe Werte. Wie genau Sie Ihren Blutdruck richtig messen erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Blutdruck messen.

Nähere Informationen zu den Blutdruckwerten und wie Sie diese zu deuten haben, haben wir Ihnen in unserem Artikel "Blutdruckwerte - Was ist normal, wann sind sie gefährlich?" aufbereitet.  

Wichtig:

Zu hoch ist Ihr Blutdruck lediglich dann, wenn Sie regelmässig erhöhte Werte im Ruhezustand messen. Einzelne Messwerte, die über der Grenze von 140 zu 90 mmHg liegen, sind in der Regel normal und damit völlig unproblematisch.


Primärer Bluthochdruck - Welche Ursachen kommen infrage?

Der primäre Bluthochdruck könnte auch Lifestyle-Bluthochdruck heissen, denn im weit überwiegenden Teil der Fälle, sind unsere Lebensgewohnheiten die Ursache. Umso wichtiger, dass wir uns die Hauptursachen für den zu hohen Blutdruck einmal genauer ansehen. Das ist in jedem Fall sinnvoll, denn an diesen Schrauben können Sie selbst mit wenig Aufwand drehen und damit bereits herausragende Verbesserungen Ihrer Blutdruckwerte erreichen. Und das ganz ohne Blutdruck-Medikamente.

Info:

​Nur in einigen wenigen Fällen handelt es sich um einen Blutdruck ohne körperliche Ursache. In diesen Fällen gibt es weder eine Grunderkrankung, noch lässt sich ein Faktor aus dem Alltag als Auslöser für hohe Blutdruckwerte identifizieren.


Bluthochdruck Ursachen: Ernährung

Die Ernährung ist die Top-Ursache für zu hohen Blutdruck. Das ist kein Wunder, denn über die Nährstoffe, die wir unserem Körper jeden Tag zuführen, werden etliche physiologische Prozesse direkt beeinflusst. Allem voran steht das Ungleichgewicht zwischen den Mineralien Kalium und Natrium. Unsere moderne Ernährung ist im Durchschnitt viel zu salzig. Auch wenn neue Studien belegen, dass Salz nicht so schädlich ist wie früher angenommen, essen einige Menschen derart grosse Mengen, dass das Verhältnis zwischen Natrium und Kalium in eine enorme Schieflage gerät.

Von Bedeutung ist dies, da Kalium und Natrium im Körper als Gegenspieler (Antagonisten) fungieren. Sie sind unter anderem für die Regulation des Flüssigkeitshaushalts und die Reizweiterleitung verantwortlich. Das betrifft auch das Herz. Ist nun aber die Natriumkonzentration deutlich höher als die Kaliumkonzentration, gerät das Gefüge aus dem Takt. Die Folge: Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder sogar der Herzstillstand.

Zu allem Verdruss nehmen die meisten Menschen zudem zu wenig Kalium auf. Zumal Kalium vor allem in "gesunden" Lebensmitteln, wie grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten, Bananen, Nüssen und diversen Kohlsorten steckt. Auch zu fettiges Essen, das vor allem "schlechte Fette" beinhaltet, lässt den LDL-Cholesterinspiegel und damit bei vielen Menschen auch den Blutdruck steigen. Durch eine ausgewogene Ernährung liesse sich Bluthochdruck in vielen Fällen ganz verhindern.

Gourmet-Tipp bei Bluthochdruck

Frühstarter-Müsli

Zutaten für 1 Person:

  • 1 kleiner Apfel
  • 1 Handvoll Weintrauben
  • 4 EL Müsliflocken
  • 1 TL Mandelstifte
  • 150 g Joghurt (1,5 % Fett)
  • Den Apfel waschen, entkernen und fein würfeln. Die Trauben waschen und halbieren. Müsliflocken und Mandeln mit dem Joghurt und dem Obst in einer Müslischale vermengen und sofort essen.
  • Eine Portion enthält: 470 kcal (910 kJ); 14 g Eiweiß; 16 g Fett; 66 g Kohlenhydrate
Bluthochdruck-Ursachen-Rezept

Bluthochruck Ursachen: Bewegungsmangel

Wie bei Zivilisationserkrankungen üblich, greifen auch beim Blutdruck viele Rädchen ineinander. So ist auch der allgegenwärtige Bewegungsmangel ein zentraler Auslöser für Bluthochdruck. Wie eine erschreckende Studie der Universität von Zaragossa zeigt, leiden sogar Kinder zwischen 2 und 9 Jahren zum Teil an deutlich erhöhten Blutdruckwerte oder bereits an Hypertonie Grad I. Forscher machten diese Entdeckung vornehmlich bei Kindern, die sich weniger als die allgemein empfohlenen 60 Minuten pro Tag körperlich bewegen.[1] Das ist kein Wunder, denn ein unzureichend trainiertes Herz-Kreislauf-System reisst nun mal keine Bäume aus und gerät unter Belastung leicht an seine Grenzen. Zudem besteht hier ein fliessender Übergang zu Blutdruck-Auslöser Nummer 3.

Bluthochdruck Ursachen: Übergewicht

Der Faktor Übergewicht ist die logische Konsequenz aus einer ungünstigen Ernährungsweise und dem Bewegungsmangel. Aber warum führt Übergewicht nun zu Bluthochdruck? Die Antwort lautet: eine Schieflage im Hormonhaushalt. Wie Wissenschaftler herausgefunden haben, produzieren übergewichtige Menschen besonders viel Insulin. Dieses Hormon ist unter anderem für den Abbau des Enzyms ANP im Fettgewebe verantwortlich. Und genau dieses Enzym ist verheerenderweise an der Blutdruckregulation beteiligt, indem es beispielsweise dafür sorgt, dass sich die glatte Muskulatur der Gefässe entspannt. Bei der Kombination aus schlechter Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht handelt es sich aus der Perspektive des Blutdrucks demnach um einen echten Teufelskreis.

Bluthochdruck Ursachen: Alkohol

Ab und an ein Gläschen Rotwein kann durchaus gut für den Blutdruck sein. Das belegen zahlreiche Studien. Wer dagegen regelmässig zu viel Alkohol konsumiert, erhöht sein Bluthochdruckrisiko. Immerhin erhöht der Konsum von Alkohol ab einer bestimmten Menge den Blutdruck systolisch um bis zu 7 mmHg und diastolisch um bis zu 5 mmHg. Interessanterweise besteht hier ein Unterschied zwischen Männern und Frauen. Während bei Frauen bereits eine Alkoholmenge von 20 Gramm ausreicht, um diesen Effekt zu erzielen, sind es bei Männern 30 Gramm. Ursächlich ist unter anderem die Steigerung der Sympathikus-Aktivität, was die Ausschüttung von Hormonen fördert, die den Blutdruck steigern.

Statistik: Verteilung der häufigsten Todesursachen in Deutschland im Jahr 2017 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Bluthochdruck Ursachen: Stress

Stress ist im Allgemeinen ein Mechanismus, der uns in einen Alarmzustand versetzt und uns leistungsfähiger macht. Der Blutdruck steigt, der Puls zieht an, die Muskeln werden besser mit Sauerstoff versorgt. Schlicht - wir sind bereit für den Kampf oder die Flucht. Als die Evolution diesen Mechanismus erdacht hat, ging es allerdings um den kurzfristigen Kampf mit einem Raubtier oder eben die Flucht. In der modernen Welt leben wir aber mit derart vielen Stressoren zusammen, die eben nicht von jetzt auf gleich wegfallen.

Wer Kinder und Karriere unter einen Hut bringt, weiss genau das aus der Praxis. Finden wir in einem solchen Umfeld nicht die Zeit, zu entspannen und Stress abzubauen, wird die Stresssituation chronisch. In der Folge geht unser Körper von einer permanenten Kampf-oder-Flucht-Situation aus, sodass er fortwährend Stresshormone ausschüttet, die den Blutdruck ansteigen lassen. Ein wenig Entspannung sowie bewusste Auszeiten würden im Kampf gegen den zu hohen Blutdruck bereits viel bewirken.

Bluthochruck Ursachen: Rauchen

Ähnlich wie Alkohol erhöht auch das Rauchen den Blutdruck. Jeder einzelne Zug an einer Zigarette erhöht den Blutdruck mit sofortiger Wirkung um gleich mehrere Minuten. Verantwortlich ist das enthaltene Nikotin, das die Ausschüttung eines Botenstoffs fördert, der für die Verengung der Blutgefässe verantwortlich ist. Zudem wirkt sich Nikotin negativ auf die Blutfettwerte aus, was abermals einen Rückkopplungseffekt auf den Blutdruck hat. Besonders dramatisch sind die Auswirkungen, wenn die Gefässe bereits durch zu hohen Blutdruck vorgeschädigt sind.

Bluthochdruck und seine Ursachen - Sie haben es selbst in der Hand

Bluthochdruck Ursachen bei jungen Menschen lassen sich durch diesen Cocktail, angefangen von Ernährung und Bewegungsmangel über Übergewicht und Stress bis hin zu Alkohol-, Nikotin- und Drogenmissbrauch auf einen Nenner bringen. Das wiederum zeigt eindrücklich, dass wir unseren Blutdruck zu grossen Teilen selbst in der Hand haben. Wie genau Sie Ihren Blutdruck in den Griff bekommen, erfahren Sie in unseren Artikeln "Bluthochdruck senken", "Was hilft gegen Bluthochdruck?" und "Den Blutdruck natürlich senken".

Welche Ursachen gibt es für sekundären Bluthochdruck?

Liegt ein sekundärer Bluthochdruck vor, geht diesem immer eine klar benennbare Erkrankung voraus. Besonders verbreitet sind Erkrankungen wie die angeborene Verengung der Hauptschlagader (Aortenisthmus-Stenose), die Verengung der Nierenarterien oder chronische Nierenerkrankungen wie Zystennieren oder chronische Glomerulonephritis. Ebenfalls zu den Bluthochdruck Ursachen zählt die Schilddrüse. Vor allem die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) wird häufig von Bluthochdruck begleitet. Aber auch bestimmte Medikamente, Drogen, Stoffwechselerkrankungen oder Störungen des Hormonhaushalts können die Ursache für Bluthochdruck sein. Dazu zählen unter anderem:

  • Akromegalie
  • Androgenitales Syndrom
  • Cushing-Syndrom
  • Phäochromozytom
  • Primärer Hyperaldostreonismus

Spezielle Bluthochdruck Ursachen bei Frauen

Während Bluthochdruck Ursachen bei Männern vor allem auf den Lebensstil und auf das Alter (erhöhtes Risiko ab 50) zurückgehen, gibt es bei Frauen einige zusätzliche Faktoren. Allem voran spielt das Alter bei der Entwicklung des Bluthochdrucks bei Frauen eine geringere Rolle. Hier steigt das Risiko erst mit ca. 60-65 Jahren merklich an. Hintergrund ist in beiden Fällen der natürliche Verschleiss der Gefässe. Hinzu kommt als zusätzlicher Faktor das Thema Schwangerschaft. Statistisch entwickeln rund 15-20 Prozent aller Frauen während ihrer Schwangerschaft den sogenannten Schwangerschafts-Bluthochdruck, der sich nach der Geburt aber wieder normalisiert. Zudem kann die Einnahme bestimmter Verhütungspräparate ebenfalls zu einem Blutdruckanstieg führen.

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