Bluthochdruck Schwangerschaft

Bluthochdruck in der Schwangerschaft – Risiken, Massnahmen, wann ist es ein Notfall?

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Wie steht es um ihren Blutdruck?


Dauerhafter Bluthochdruck ist mittlerweile eine Volkskrankheit, die für etliche Gesundheitsprobleme und Todesfälle verantwortlich ist. Besonders gefährlich ist aber Bluthochdruck in der Schwangerschaft.

Immerhin gefährdet dieser nicht nur die Gesundheit der werdenden Mutter, sondern auch die Gesundheit des ungeborenen Kindes. Dennoch ist die Schwangerschaftshypertonie weit verbreitet. Lesen Sie, warum sie entsteht, welche Risiken bestehen und welche Massnahmen Sie ergreifen können, um den Bluthochdruck bei Ihrer Schwangerschaft zu senken.

Warum tritt Bluthochdruck in der Schwangerschaft auf?

Bluthochdruck ist bei schwangeren Frauen keine Seltenheit. Das Gefährliche daran ist, dass sich viele Schwangere dieser Problematik gar nicht bewusst sind und erst im Rahmen einer Routineuntersuchung während der Schwangerschaft davon erfahren. In der Medizin unterscheidet man den in Verbindung mit der Schwangerschaft stehenden Bluthochdruck in zwei Kategorien - die schwangerschaftsabhängige und die schwangerschaftsunabhängige Hypertonie. Beide haben unterschiedliche Ursachen und sollten dementsprechend behandelt werden.

Schwangerschaftsabhängige Hypertonie

Frauen, die unter einer schwangerschaftsabhängigen Hypertonie leiden, entwickeln den zu hohen Blutdruck erstmals während der Schwangerschaft. In der Regel entwickelt sich diese Bluthochdruckform erst nach der 20. Schwangerschaftswoche. Im Vergleich zum bereits bestehenden Bluthochdruck ist diese Form während der Schwangerschaft meist leichter zu handhaben.

Hintergrund: Oftmals erhöhen sich bei Patientinnen mit bereits bestehendem Bluthochdruck die Blutdruckwerte nach der 20. SSW nochmals, was eine Behandlung oft unumgänglich macht. Eine schwangerschaftsabhängige Hypertonie tritt statistisch bei 5-10 Prozent aller Schwangerschaften auf. Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit bei Mehrlingsschwangerschaften. Wie hoch die Werte ausfallen, ist dabei jedoch individuell. Der Verlauf selbst ist meist aber unkompliziert, da sich die Blutdruckwerte binnen sechs Wochen nach der Geburt wieder normalisieren.

Ursache für Entwicklung von Bluthochdruck während der Schwangerschaft bisher unklar

​Warum der Blutdruck bei vielen Frauen nach der 20. SSW deutlich ansteigt, ist aktuell noch nicht restlos geklärt. Wissenschaftler vermuten jedoch einen Zusammenhang zwischen dem Blutdruck in der Stoffwechselumstellung sowie der Erhöhung des Blutvolumens zur Versorgung des ungeborenen Kinds.

Schwangerschaftsunabhängige Hypertonie

Wie der Name es bereits vorwegnimmt besteht der erhöhte Blutdruck bei der schwangerschaftsunabhängigen Hypertonie bereits vor der Schwangerschaft. Damit sind die Ursachen auch völlig unabhängig von dieser zu betrachten. Hauptverantwortlich ist in den meisten Fällen eine primäre Hypertonie, die auf die klassischen Risikofaktoren für Bluthochdruck zurückzuführen ist.

Allem voran stehen hier Bewegungsmangel und Übergewicht bzw. ein deutlich zu hoher Körperfettanteil. In der Regel ist dieser Zustand auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen und nur in wenigen Fällen auf eine genetische Veranlagung. Weitere Ursachen für diese "primäre Hypertonie" sind Faktoren wie:

  • Rauchen​​​​
  • Hoher Alkoholkonsum
  • Erhöhte Harnsäurewerte
  • ​Übermässiger Salzkonsum
  • Fettstoffwechselstörungen (erhöhte Blutfettwerte)
  • Dauerhafter Stress
  • Erkrankungen wie Diabetes Typ II, Schilddrüsenfunktionsstörungen, etc

Lesetipp:

Mehr zu den Ursachen der primären Hypertonie, die unabhängig von der Schwangerschaft auftritt, erfahren Sie in unserem Artikel: "Hoher Blutdruck - Ursachen für die Volkskrankheit Nummer 1".

​Offiziellen Statistiken zur Folge leiden 1-5 Prozent aller Schwangeren unter dieser Form des Bluthochdrucks. Wichtig: Während sich der schwangerschaftsabhängige Bluthochdruck meist von allein wieder normalisiert, ist an dieser Stelle aktives Handeln erforderlich, um die Blutdruckwerte auf ein normales Niveau zu senken.

Statistik: Anteil der Hypertoniker in Deutschland nach Alter im Jahr 2011 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Bluthochdruck in der Schwangerschaft - Welche Werte muss ich beachten?

​Grundsätzlich gelten auch für die Schwangere die gleichen Blutdruckwerte wie für andere erwachsene Personen auch. Im statistischen Mittel liegt der Blutdruck schwangerer Frauen zwischen 90-135 mmHg (systolisch) und 50-85 mmHg (diastolisch).

Typischerweise schwanken die Blutdruckwerte aber auch im Verlauf der Schwangerschaft. Wichtig ist, dass sich der Blutdruck möglichst im genannten Bereich bewegt. Als magische Obergrenze für Bluthochdruck gelten die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese liegt bei maximal 140 mmHg (systolisch) und 90 mmHg (diastolisch).

Wir können Sie aber beruhigen: Ein einziger Ausreisser über diese Schwelle ist noch lange kein bestätigter Bluthochdruck. Erst wenn innerhalb von 24 Stunden mehrere "in Ruhe" durchgeführte Messungen diese Grenzwerte überschreiten, ist Ihr Blutdruck zu hoch. Da Bluthochdruck in der Schwangerschaft grosse Risiken mit sich bringt, sollten Sie das Thema unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen.

Wichtiger Hinweis:
Blutdruckmessen in der Schwangerschaft

Unabhängig davon, ob Sie bereits vor Ihrer Schwangerschaft erhöhte Blutdruckwerte festgestellt haben, sollten Sie Ihren Blutdruck regelmässig messen. Nehmen Sie die Messung jeweils am Oberarm und in Ruhe vor. Setzen Sie sich hin und geben Sie Ihrem Körper mindestens fünf Minuten Zeit, um sich etwa nach dem Herumlaufen oder Treppensteigen zu beruhigen.

Wichtig:

​Messen Sie den Blutdruck immer im Sitzen. Wird der Blutdruck bei Schwangeren im Liegen gemessen, können die Werte zu niedrig sein, da die vergrösserte Gebärmutter den Blutrückstrom zum Herzen beeinträchtigen kann. Optimal sind regelmässige Messungen zu unterschiedlichen Tageszeiten, sodass Sie auffällige Veränderungen (etwa morgens und abends) feststellen und Ihrem Arzt mitteilen können.

Achtung:

​Steigt der Blutdruck über 170 zu 110 mmHg ist von einer Notfallsituation auszugehen. Diese macht eine engmaschige stationäre Überwachung erforderlich!

Darum ist Bluthochdruck in der Schwangerschaft gefährlich

Bluthochdruck ist bereits, ohne schwanger zu sein, eine grosse Gefahr für Ihren Körper. (Lesetipp: "Bluthochdruck Folgen - Was sind die möglichen Folgen erhöhten Blutdrucks?") Während der Schwangerschaft bestehen jedoch weitere Risiken für Schwangere und die ungeborenen Kinder. Allgemein entsteht durch den Bluthochdruck ein deutlich höheres Risiko für Komplikationen. Allem voran steht die Präeklampsie.

Präeklampsie - Die unterschätzte Gefahr

Bei einer Präeklampsie (auch: EPH-Gestose) handelt es sich um eine schwere Hypertensive Schwangerschaftserkrankung. Auch wenn derzeit noch keine genaue Ursache für die Entwicklung der Präeklampsie bekannt ist, vervielfacht sich das Risiko durch bestehenden Bluthochdruck. Neben Bluthochdruck bestehen weitere Risikofaktoren wie u.a.:

  • Familiäre Veranlagung (z.B. Mutter der Schwangeren hatte bereits eine Präeklampsie)
  • Frauen, die in fortgeschrittenem Alter (über 40) Mütter werden
  • ​Bei künstlicher Befruchtung (In-vitro-Fertilisation)
  • Präeklampsie in einer vorangegangenen Schwangerschaft
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Fehlbildungen des Ungeborenen (z.B. Trisomien, Hydrops fetalis)

​Da der Verlauf der Präeklampsie fortschreitend und nur schwer vorauszusagen ist, wird die werdende Mutter nach der Diagnose zur engmaschigen medizinischen Überwachung stationär aufgenommen. Dies ist notwendig, da es zu schweren Komplikationen wie dem HELLP-Syndrom oder einer Eklampsie kommen kann.

Die Präeklampsie ist die Vorstufe der Eklampsie. Dabei handelt es sich umgangssprachlich um die sogenannte Schwangerschaftsvergiftung, die zu Nierenversagen, inneren Blutungen, Lungenödemen, vorzeitiger Plazentalösung, Fehlgeburten sowie zum Tod der Mutter führen kann. Auch das HELLP-Syndrom zieht in schweren Fällen den Tod der Mutter oder den Tod des ungeborenen Kindes nach sich.

Achtung:

​Sowohl die Eklampsie als auch das HELLP-Syndrom stellen einen Notfall dar, der umgehend behandelt werden muss!

Weitere Risiken durch Bluthochdruck in der Schwangerschaft

​Auch abseits von Präeklampsie, Eklampsie und HELLP-Syndrom erhöht Bluthochdruck in der Schwangerschaft das Risiko für diverse Komplikationen, die im Extremfall tödlich enden! Darunter befinden sich Ereignisse wie Nierenversagen, Linksherzversagen, Schlaganfall, hypertensive Enzephalopathie, Entwicklungsstörungen des ungeborenen Kindes sowie Früh- und Fehlgeburten. Ab Blutdruckwerten von über 160 mmHg (systolisch) und / oder 110 mmHg (diastolisch) steigt das Komplikationsrisiko nochmals massiv an.

Gourmet-Tipp bei Bluthochdruck

Zwiebel-Quiche mit Tomaten

Zutaten für 6 Stücke:

  • 125 g gemahlene Mandeln
  • 100 ml Olivenöl
  • 125 g Magerquark
  • 2 Gemüsezwiebeln
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 15-20 in Öl eingelegte Tomaten
  • 4 (Gr. M) Eier
  • 200 ml Kochsahne
  • 125 g geriebener (30 % Fett i.Tr.) Käse
  • etwas Salz und Pfeffer
  • 1 gestrichener TL grobes Meersalz
  • 2 EL Rosmarin
  • 125 g Vollkornmehl
  • für die Form: Fett
  • Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Springform (28 cm Durchmesser) mit etwas Öl auspinseln. Aus gemahlenen Mandeln, Vollkornmehl, Olivenöl, Magerquark, 1 EL Rosmarin und 1 EL Salz einen Teig kneten. Die Springform damit auskleiden und den Teig im heißen Ofen circa 15 Minuten vorbacken.
  • Inzwischen die Zwiebeln und den Knoblauch schälen, die Zwiebeln in dünne Ringe, den Knoblauch in feine Würfel schneiden. Die Tomaten abtropfen lassen, eventuell trocken tupfen (sie sollen nicht zu ölig sein) und in Stücke schneiden. Zwiebeln und Knoblauch zusammen mit den eingelegten Tomaten in einer beschichteten Pfanne ohne weiteres Fett leicht anschwitzen. Anschließend auf dem vorgebackenen Boden ausbreiten.
  • Die Eier mit Kochsahne, Käse und dem restlichen Rosmarin verquirlen, mit Pfeffer und vorsichtig mit Salz (je nach Käsesorte) würzen. Den Guss gleichmäßig über der Tomaten-Zwiebel-Mischung verteilen und die Quiche im Ofen auf der mittleren Schiene etwa 25 Minuten fertig backen. Aus dem Ofen nehmen und kalt oder warm servieren.
  • Nährwerte (pro Portion):
    570 kcal, 24 g Eiweiß, 43 g Fett, 20 g Kohlenhydrate, 6 g Ballaststoffe
Rezept-Bluthochdruck-Schwangerschaft

Bluthochdruck in der Schwangerschaft - Anzeichen und Symptome

Im Angesicht der schwerwiegenden Folgen von Bluthochdruck in der Schwangerschaft ist es umso wichtiger, dass Sie die Anzeichen und Symptome rechtzeitig erkennen. Leider verursacht Bluthochdruck keine Schmerzen und bleibt häufig sogar völlig symptomfrei. Allerdings gibt es einige Zeichen, die auf Bluthochdruck hindeuten. Diese sind allgemeingültig und treffen sowohl für Schwangere als auch für nicht schwangere Personen zu:

  • Hervortretende Äderchen (im Bereich der Augen)
  • ​Nervosität und Reizbarkeit
  • ​Herzrasen und Herzrhythmusstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Kurzatmigkeit und Luftnot bei Anstrengung
  • Engegefühl in der Brust
  • Konzentrationsprobleme
  • Müdigkeit
  • Nasenbluten
  • Mangelnde Leistungsfähigkeit
  • Durchblutungsstörungen in den Beinen
  • Grundlose Schwindelgefühle
  • Ohrensausen

Ein Symptom macht noch lange keinen Bluthochdruck. Halten Sie sich daher an die Grundregel: Je mehr der genannten Anzeichen auftreten, desto hellhöriger sollten Sie werden. Die verlässlichste Indikator für Bluthochdruck in der Schwangerschaft sind jedoch die Messwerte - Ein Blutdruckmessgerät lässt sich nicht bestechen.

Lesetipp:

​Erfahren Sie im Artikel "Hoher Blutdruck Symptome: Typische Anzeichen für Bluthochdruck" mehr zu den Bluthochdruck-Symptomen.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft - Was tun?

"Was tun bei Bluthochdruck in der Schwangerschaft?" Diese Frage ist ebenso einfach zu beantworten wie die Frage "ab wann muss ich Bluthochruck in der Schwangerschaft behandeln". Ein zu hoher Blutdruck ist während der Schwangerschaft immer zu behandeln, um das Risiko für Mutter und Kind so gering wie möglich zu halten. An dieser Stelle müssen wir jedoch eine Unterscheidung zwischen medikamentöser und nicht medikamentöser Behandlung machen.

Was Sie selbst gegen den Bluthochdruck tun können

Um den Bluthochdruck bei Schwangerschaft zu senken können Sie selbst eine Menge tun. Das gilt vor allem, wenn Sie bereits vor der Schwangerschaft einen zu hohen Blutdruck hatten. Allem voran stehen Massnahmen wie eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung sowie eine umfassende Stressreduktion. Erreicht der Blutdruck hohe Werte, kann Ihr Arzt bei Bluthochdruck in der Schwangerschaft auch Bettruhe verordnen, um die Belastung zu verringern.

Eine Kochsalzarme Ernährung wird im Gegensatz zu früher bei Schwangeren nicht mehr empfohlen, da es zu einer deutlichen Abnahme des Blutplasmavolumens kommen kann. Letztere wiederum beeinträchtigt die Durchblutung des Uterus. Auch Diäten fallen als klassische Gegenmassnahme gegen Bluthochdruck weg, da eine Mangelversorgung des ungeborenen Kinds droht. Ferner sollten Sie grosse körperliche Belastung ebenso vermeiden wie Tabak- und Alkoholgenuss. Das allerdings sollte selbstverständlich sein.

Tipp:

Bereiten Sie sich auf Ihre Schwangerschaft mit Massnahmen vor, die Ihren Blutdruck natürlich senken. Wie bereits angesprochen sind viele wichtige Massnahmen wie regelmässiger Ausdauersport oder die Gewichtsreduktion während der Schwangerschaft nicht mehr möglich. Je weiter Ihr Blutdruck vor der Schwangerschaft im Normalbereich liegt, desto geringer ist das Risiko von Bluthochdruck in der Schwangerschaft.

Medikamentöse Therapie gegen Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Um Mutter und Kind zu schonen, kommen Medikamente bei Bluthochdruck in der Schwangerschaft erst als letztes Mittel zum Einsatz. Ist der Verlauf von Bluthochdruck und Schwangerschaft unkompliziert, verabreichen Mediziner bis zu Blutdruckwerten von 160 zu 95 mmHg meist keine Medikamente.

Erst ab dieser Grenze übersteigt das potenzielle Risiko durch den Bluthochdruck in den meisten Fällen das Risiko durch die medikamentöse Behandlung. In Einzelfällen sowie beim Eintreten von Komplikationen sind Abweichungen möglich. Die Gabe von blutdrucksenkenden Medikamenten erfolgt unter strenger ärztlicher Aufsicht im Rahmen einer sehr engmaschigen Überwachung. So wird beispielsweise durch regelmässige Doppler-Ultraschalluntersuchungen festgestellt, ob die Plazenta noch immer einwandfrei durchblutet wird.

Der Blutdrucksenker Alpha-Methyl-Dopa gehört zu den sogenannten Beta-Blockern und ist bei der Behandlung von schwerem Bluthochdruck in der Schwangerschaft meist die erste Wahl. Alternativ sind auch Medikamente wie Nifedipin und Metoprolol fallabhängig eingeschränkt geeignet.

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