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Wie steht es um ihren Blutdruck?


Blutdruckmessgerät - Darauf kommt es wirklich an

Um die Blutdruckwerte verlässlich zu ermitteln, ist ein hochwertiges Blutdruckmessgerät unerlässlich. Nur wenn Sie Ihre Blutdruckwerte regelmäßig messen, erkennen Sie Veränderungen. Besonders wichtig ist das bei Bluthochdruck. Immerhin schädigt unbehandelter Hochdruck auf Dauer die Gefäße und das Herz, was schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Folgen von Bluthochdruck Tür und Tor öffnet.

Mit einem guten Blutdruckmessgerät können Sie aktiv etwas für Ihre Herzgesundheit tun und unterstützen Ihren Arzt bei seiner Arbeit. Erfahren Sie, welche Arten von Blutdruckmessgeräten sich am besten für heimische Messungen eignen, worauf beim Kauf zu achten ist und was ein gutes Blutdruckmessgerät kostet.

Blutdruck zu hoch oder zu niedrig: Hier erfahren Sie mehr zur Bedeutung der Blutdruckwerte.

Blutdruckmessgerät - Was wird gemessen?

Das Blutdruckmessgerät ist zum Messen des Blutdrucks da - soweit so gut. Aber was ist der Blutdruck eigentlich? Der Blutdruck bezeichnet den Druck, mit dem unser Herz das Blut mit jedem Herzschlag durch unseren Körper pumpt. Gemessen wird der Blutdruck anhand des Drucks, den das Blut dabei auf die Gefäßwände ausübt.

Die Einheit für die Messung des Blutdrucks ist "Millimeter Quecksilbersäule" (mmHg). Der ermittelte Druck entspricht also dem Druck, den eine entsprechend hohe Säule aus Quecksilber ausübt. In der Medizin ist der Blutdruck in zwei Werte unterteilt. Bei den umgangssprachlich auch als "oberer" und "unterer" Wert bezeichneten Messwerten handelt es sich um den "systolischen" und "diastolischen" Blutdruck.

Der systolische Blutdruck gibt an, mit welchem Druck das Herz das sauerstoffreiche Blut in den Kreislauf pumpt. Der diastolische Wert dagegen misst den Blutdruck, wenn sich der Herzmuskel wieder entspannt. Insgesamt ist der systolische Blutdruckwert höher als der diastolische Wert. Zeigt das Blutdruckmessgerät einen Wert von 127/76 mmHg an, fließt das Blut mit 127 mmHg in den Kreislauf und mit 76 mmHg wieder zurück.

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Statistik: Gefährlichste Gesundheitsrisiken weltweit nach Anzahl der Toten (in Mio.) 2004 | Statista
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Blutdruckmessgerät - Was zeigt es an?

​Im Display eines Blutdruckmessgeräts finden sich abhängig vom Funktionsumfang mehrere Symbole und Abkürzungen. Nur wer deren Bedeutung kennt, kann sein Blutdruckmessgerät optimal nutzen. Nicht selten lautet die Frage: "Ich habe ein bestimmtes Blutdruckmessgerät, was bedeutet sys"? Grund genug, dass wir uns einmal mit den wichtigsten Abkürzungen befassen.

  • "sys": Auf einem Blutdruckmessgerät steht die Abkürzung immer für den systolischen Blutdruck (oberer Wert).
  • "dia": Analog steht die Abkürzung "dia" für den diastolischen Blutdruck (unterer Wert).
  • "p": Die meisten Blutdruckmessgeräte können auch den Puls ermitteln. Die Abkürzung "p" steht damit für den Puls.
  • "pp": Diese Abkürzung ist nicht auf jedem Display zu finden. Die Abkürzung steht für den Pulsdruck. Der Pulsdruck bezeichnet die Differenz zwischen dem Minimaldruck am Ende der Diastole und dem Spitzendruck in der Systole. Dieser Wert lässt Rückschlüsse auf die Dehnbarkeit der Arterien zu. Bis zu einem Wert von 55 mmHg gilt der Pulsdruck als normal. Bei 56-65 mmHg spricht man von einem erhöhten und ab 65 mmHg von einem hohen Pulsdruck.
  • "Herz": Die Frage nach dem Herzsymbol ist besonders häufig. Verschiedene Herzsymbole können abhängig vom Blutdruckmessgerät unterschiedliche Bedeutungen haben. Bei manchen Geräten blinkt ein Herzsymbol während der Messung. Bei anderen Geräten soll ein Herzsymbol (oft mit Blitz) beispielsweise auf Rhythmusstörungen oder Extraschläge (Extrasystolen) hindeuten. Allerdings schlägt dieser "Alarm" bei den meisten Geräten bereits an, wenn sich der Nutzer während der Messung bewegt oder hustet. Nach Meinung vieler Experten ist daher nicht unbedingt Verlass auf diese Funktion.

In unserem Artikel "Hoher Blutdruck - Ursachen für die Volkskrankheit Nummer 1" gehen wir näher auf die spezifischen Ursachen ein.

Umgang mit dem Blutdruckmessgerät - Was bedeuten die Werte?

Nachdem Sie wissen, was Ihr Blutdruckmessgerät im Display anzeigt, geht es an das Messen an sich. Wie sie Ihren Blutdruck richtig messen erfahren Sie in unserem Artikel "Blutdruck messen - Alles, was Sie wissen müssen". Mit Hilfe der Blutdruckwerte können Sie nun exakt abschätzen, ob Ihr Blutdruck zu hoch, zu niedrig oder optimal ist. 

Bluthochdruck-Werte Tabelle

Blutdruckwerte

Blutdruck-Klassifikation

Systole

Diastole

niedrig

unter 105 mmHg

und/oder

unter 60 mmHg

optimal

105-119 mmHg

und

60-79 mmHg

normal

120-129 mmHg

und/oder

80-84 mmHg

normal-hoch

130-139 mmHg

und/oder

85-89 mmHg

leichter BLuthochdruck (Hypertonie Grad I)

140-159 mmHg

und/oder

90-99 mmHg

mittelschwerer Bluthochdruck (Hypertonie Grad II)

160-179 mmHg

und/oder

100-109 mmHg

schwerer Bluthochdruck (Hypertonie Grad III)

über 180 mmHg

und/oder

über 110 mmHg

Ab einem Wert von 140 mmHg zu 90 mmHg handelt es sich um einen leichten Bluthochdruck. Messen Sie diese Werte häufiger, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Zudem lohnt es sich, selbst gegen den zu hohen Blutdruck vorzugehen. Das funktioniert sowohl mit Hausmitteln gegen Bluthochdruck als auch mit Bluthochdruck-Medikamenten

Das Blutdruckmessgerät - Eine bahnbrechende Erfindung

"Wann wurde das Blutdruckmessgerät erfunden?" Das ist eine sehr häufig gestellte Frage. Und die Antwort überrascht, denn das Gerät wurde bereits vor über 300 Jahren erfunden. Seine Geburtsstunde schlug schon im Jahr 1713, als der Engländer Stephan Hales erstmals den Blutdruck maß. Dabei führte er ein Glasrohr in die Halsschlagader eines Pferdes und beschrieb als erster die Variabilität des Blutdrucks.

Diese sogenannte "blutige Blutdruckmessung" wird in abgewandelter Form heute noch in der Intensivmedizin verwendet. Bis zum Aufkommen einer unblutigen Messmethode sollte es aber noch bis 1896 dauern. Damals verwendete der Italiener Scipione Riva-Rocci erstmals ein konstruiertes Blutdruckmessgerät für den systolischen Blutdruck, bestehend aus einem Quecksilbermanometer und einer Oberarmmanschette. Damit gilt Riva-Rocci auch als Erfinder des Blutdruckmessgeräts.

Seine heutige Funktionalität erhielt das Blutdruckmessgerät allerdings erst durch die Messbarkeit des diastolischen Blutdrucks. Diese Methode der Blutdruckmessung geht auf den russischen Militärarzt Nikolai Sergejev Korotkoff zurück, der mit einem Stethoskop während des russisch-japanischen Krieges 1905 mehrere Geräuschphänomene beschrieb. Seither hat sich am grundlegenden Funktionsprinzip nicht viel geändert. Dennoch hält der Markt unterschiedliche Arten von Blutdruckmessgeräten bereit.

Welche Blutdruckmessgeräte gibt es?

​Blutdruckmessgeräte unterscheiden sich sowohl hinsichtlich ihrer Bauform als auch bezüglich ihrer Messtechnik und der Ausstattung mit Zusatzfunktionen. Die meisten Geräte arbeiten oszillometrisch. Das bedeutet, dass die Blutdruckwerte über Schwingungen gemessen werden, die das in den Gefäßen pulsierende Blut erzeugt. Einige wenige Geräte messen den Blutdruck anhand der Strömungsgeräusche des Blutes nach der Methode von Korotkoff. Diese sind im Hausgebrauch jedoch selten.

  • Handgelenk-Blutdruckmessgerät:
    Diese Geräte überzeugen durch günstige Anschaffungskosten, ein geringes Gewicht und eine kompakte Bauweise. Allerdings müssen Sie bei der Messung vor allem auf die Positionierung des Geräts achten, da Messfehler ansonsten vorprogrammiert sind. Zudem verfügen die Geräte meist über einen geringeren Funktionsumfang und eignen sich daher eher für das "schnelle Blutdruck messen zwischendurch".
  • Oberarm-Blutdruckmessgerät (einfach):
    Einfache Blutdruckmessgeräte mit Oberarmmanschette sind der Klassiker unter den Blutdruckmessgeräten. Dank ihrer relativ breiten Manschette ist die Position zum Herzen in der Regel automatisch korrekt, was für relativ präzise Messwerte sorgt. Viele Geräte punkten zudem mit Zusatzfunktionen wie Pulsmessung oder der Erkennung von Herz-Rhythmus-Störungen. Günstig sind sie obendrein. Der Nachteil: Häufig lässt der Komfort zu Wünschen übrig. Auch mangelt es oft an detaillierten Auswertungsmöglichkeiten wie dem Blutdruckdurchschnitt.
  • Oberarm-Blutdruckmessgerät (Komfort):
    Die "professionelleren" Oberarm-Messgeräte verfügen über zahlreiche praktische Zusatzfunktionen wie Ruheindikatoren, Mehrfachmessungen, Durchschnittswerte, Tendenzen etc. Zudem zeichnen sich die Geräte durch bessere Manschetten, eine sehr hohe Lebensdauer, einen Netzanschluss, einen Speicher für mehrere Benutzer und oft sogar eine Sprachausgabe aus. Hochwertige Geräte haben allerdings auch ihren Preis. Allerdings lohnen sich derart hochwertige Geräte, je öfter Sie Ihren Blutdruck messen (müssen).
  • Drahtloses Oberarm-Blutdruckmessgerät:
    Hierbei handelt es sich um die Königsklasse der Blutdruckgeräte. Diese verfügen über eine ANT+ bzw. Bluetooth-Schnittstelle und können damit drahtlos mit Gesundheits-Apps verbunden werden. Hier eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten für die detaillierte Auswertung von Funktionswerten, die in entsprechenden Apps auch mit Blutzuckerwerten oder der Entwicklung des Körperfettanteils in Verbindung gebracht werden können. Somit lässt sich beispielsweise der Zusammenhang zwischen der Reduktion von Übergewicht und dem Blutdruck schön analysieren. Einige Hersteller integrieren in das System aus Messgerät und App sogar Erinnerungsfunktionen für die Einnahme von Medikamenten. Wer höchste Ansprüche hat, ist mit einem solchen Gerät bestens bedient.

"Und welche Blutdruckgeräte benutzen Ärzte?"

Ärzte setzen in der Regel nicht auf die vorgestellten Gerätetypen. Diese bleiben dem Privatgebrauch vorbehalten. Ärzte messen mit einem Stethoskop-Blutdruckmessgerät nach dem Prinzip von Korotkoff. Der Vorteil liegt darin, dass der Blutdruck mit einem solchen Gerät sehr präzise gemessen werden kann. Der Nachteil: Ein solches Gerät hat weder Zusatzfunktionen noch einen Wertespeicher. Ohne eine medizinische Ausbildung sind diese Geräte jedoch nicht zu gebrauchen.

Vorsicht:
Nicht jeder kann oszillometrische Blutdruckmessgeräte nutzen

Viele Patienten mit Herzschrittmacher sollten oszillometrisch messende Blutdruckmessgeräte nicht verwenden. Ein solches Blutdruckmessgerät kann bei Herzrhythmusstörungen ebenfalls Probleme verursachen. Die Frage danach, welches Blutdruckgerät Sie in einem solchen Fall benutzen sollten, beantwortet Ihnen Ihr behandelnder Arzt. Gleiches gilt für Schwangere, die häufig unter plötzlich ansteigendem Blutdruck leiden. Geräte, die während der Schwangerschaft genutzt werden können und genaue Messwerte liefern, sind speziell gekennzeichnet.

Hier erfahren Sie mehr zu plötzlich ansteigendem Blutdruck während und außerhalb der Schwangerschaft.

Wie viel kostet ein Blutdruckmessgerät?

​Die Preisspanne von Blutdruckmessgeräten ist groß. Einfache Handgelenks- und Oberarm-Blutdruckmessgeräte liegen preislich zwischen 15 und 50 Euro. Auch die analogen Modelle für Medizin-Profis sind mit 20-80 Euro relativ günstig. Ein etwas komfortableres Oberarm-Blutdruckmessgerät schlägt bereits mit 50-100 Euro zu Buche. In der preislichen Oberliga dagegen spielen die drahtlosen Geräte mit zahlreichen digitalen Zusatzoptionen. Preise von 100 bis 200 Euro sind keine Seltenheit. Für Personen, die täglich Ihren Blutdruck messen (müssen) oder detaillierte Analysen bevorzugen lohnt sich die Investition in die extrem haltbaren Geräte aber.

Blutdruckmessgerät kaufen - Was ist besser, Handgelenk oder Oberarm?

Richtig angewendet liefern Handgelenk-Messgeräte in der Regel recht genaue Messwerte und funktionieren ebenso zuverlässig wie Oberarm-Messgeräte. Damit sind diese Geräte ein günstiger Einstieg für gelegentliche Blutdruckmessungen. Im Gegenzug haben die Geräte jedoch auch einige Schwächen. Allem voran die Fehleranfälligkeit in der Handhabung. Bereits eine geringe Fehlhaltung kann zu Abweichungen von 8-10 mmHg führen. Bei Rauchern oder älteren Menschen, verändern sich jedoch die Blutgefäße im Bereich des Handgelenks z.B. durch arteriosklerotische Ablagerungen. Für ältere Personen, Raucher aber auch für Diabetiker ist ein Oberarm-Messgerät daher die bessere Wahl. Auch bei der Messung von Herzrhythmusstörungen ist ein Oberarm-Messgerät überlegen.

Welches Blutdruckmessgerät kaufen - Worauf muss ich achten?

Sofern keine medizinischen Gründe gegen eine bestimmte Gerätekategorie sprechen, entscheiden Ihre Zahlungsbereitschaft und Ihr Anspruch an die Funktionalität über den Zuschlag. Die folgenden Fragen sollten Sie sich deshalb stellen.

  • Sollen die Ergebnisse möglichst auf 1-2 mmHg genau sein oder sind geringe Abweichungen für mich in Ordnung?
  • Welche Zusatzinformationen brauche ich? Reichen mir Basisfunktionen wie der Blutdruck und der Puls oder muss das Gerät einen Speicher für mehrere Benutzer haben und Durchschnittswerte berechnen?
  • Soll das Gerät die Messung automatisch protokollieren oder möchte ich es per Hand übernehmen?
  • Habe ich Probleme mit dem Sehen und brauche ein Blutdruckmessgerät mit großer Displayanzeige oder einer Sprachausgabe?
  • Welche Manschettengröße brauche ich? Üblich sind bei Handgelenksmanschetten die folgenden Werte: <13 cm (S), 13-19,5 cm (M), 19,5-21-5 cm (L) und >21,5 cm (XL). Bei Oberarmmanschetten dagegen gelten andere Werte: <22 cm (S), 22-36 cm (M), 36-42 cm (L) und >42 cm (XL).

Ganz gleich, worauf Ihre Wahl letztlich fällt. Denken Sie daran, ein hochwertiges Blutdruckmessgerät ist eine Investition in Ihre Gesundheit, bei der es nicht um die Ersparnis von einigen wenigen Euros gehen darf. Eine verlässliche Messung ist schließlich zentral, um Bluthochdruck-Symptome frühzeitig zu erkennen.