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Wie steht es um ihren Blutdruck?


Blutdruck messen - Alles, was Sie wissen müssen

Bluthochdruck (Werte über 140 mmHg zu 80 mmHg) ist in unserer modernen Gesellschaft eines der gravierendsten gesundheitlichen Probleme. Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, ein ausufernder Tabak- und Alkoholgenuss sowie hohes Alter sind einige der grössten Ursachen für Bluthochdruck. Ärzte sprechen hinter vorgehaltener Hand nicht selten vom "stillen Killer" Bluthochruck. Immerhin schädigt ein dauerhaft zu hoher Blutdruck sowohl die Gefässe als auch das Herz und ist damit potenziell lebensbedrohlich.

Umso wichtiger ist es, dass der Blutdruck regelmässig kontrolliert wird. Je früher Bluthochdruck erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten. Wie aber muss der Blutdruck gemessen werden? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Und welche Möglichkeiten gibt es, um den Blutdruck zu messen? Wir sagen Ihnen, worauf es bei der korrekten Blutdruckmessung wirklich ankommt.

Blutdruck zu hoch oder zu niedrig: Hier erfahren Sie mehr zur Bedeutung der Blutdruckwerte.

Blutdruck messen und messen lassen - beides ist wichtig

Das Messen des Blutdrucks gehört zu den Standard-Diagnose-Verfahren beim Arzt. Auf Basis der ermittelten Blutdruckwerte erhält der Arzt bereits einen Überblick über den Kreislaufzustand und kann damit erste Diagnosen stellen. Für eine einfache Blutdruckmessung müssen Sie aber nicht unbedingt zum Arzt. Möglich ist auch das Blutdruck messen in der Apotheke. Für die tägliche Überwachung des Blutdrucks ist der Gang zur Apotheke oder zum Arzt jedoch nicht der beste Weg.

Das hat einerseits organisatorische Gründe, andererseits aber auch eine handfestere Ursache. Durch die Aufregung vor einer Blutdruckmessung durch einen Arzt oder Apotheker steigen Blutdruck und Puls bei vielen Menschen an. Nicht selten handelt es sich um Abweichungen von 10 mmHg (oder mehr) sowohl beim systolischen als auch beim diastolischen Blutdruckwert. Da dies die Messwerte verfälscht, ist die eigenhändige, regelmässige Blutdruckkontrolle auch für den Arzt sehr wichtig. Korrekt ausgeführt liefern die eigenhändigen Messungen wertvolle Ergebnisse, die beispielsweise die Behandlung oder die Einstellung von Blutdruckmedikamenten erleichtern.

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Blutdruck messen funktioniert nicht ohne Blutdruckmessgerät

Anders als der Puls lässt sich der Blutdruck nicht ohne technische Hilfsmittel messen. Da abzählen und ertasten nicht funktionieren, benötigen Sie ein Blutdruckmessgerät. Für den Privatgebrauch gibt es auf dem Markt Blutdruckmessgeräte zur indirekten Blutdruckmessung. Diese messen die Strömungsgeräusche des Blutes bzw. das Pulsieren der Schlagadern mit Hilfe einer Manschette. Daraus errechnen sich anschliessend die Blutdruckwerte.

Diese batteriebetriebenen Blutdruckgeräte für den Hausgebrauch sind wahlweise mit klassischer Oberarmmanschette oder mit Handgelenksmanschette erhältlich.

Wie die beiden Messmethoden funktionieren und worauf es beim Kauf eines guten Blutdruckmessgeräts ankommt erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Blutdruckmessgeräte.

Direkte Blutdruckmessung nur im Krankenhaus

In nahezu allen Fällen wird der Blutdruck mit der indirekten Messmethode gemessen. In manchen Situationen ist jedoch eine direkte Messung sinnvoll. Bei der direkten Messung wird der Blutdruck beispielsweise über einen Katheter direkt in der Schlagader ermittelt. Notwendig ist Letzteres etwa bei Operationen, schweren Verletzungen oder bei manchen Diagnose- und Überwachungsmassnahmen auf der Intensivstation.

Blutdruck messen per App - Funktioniert das wirklich?

Unsere Smartphones können mittlerweile so ziemlich alles - abgesehen von Eier kochen und dem Ausfüllen der lästigen Steuererklärung. Mittlerweile tummeln sich in den App-Stores auch Anwendungen, die von sich behaupten, den Blutdruck messen zu können. Funktionieren soll dies in den meisten Fällen durch das Auflegen des Fingers auf der Kameralinse des Smartphones.

Anschliessend soll das Mikrofon des Telefons an die Brust gepresst werden, bis die Messung abgeschlossen ist. Was in dieser kurzen Schilderung wenig vertrauenswürdig klingt, ist es leider auch in der Praxis. So nahmen Forscher der Johns Hopkins University School of Medicine eine solche App unter die Lupe. Das Ergebnis: Bei rund 78 Prozent aller Patienten mit Bluthochdruck ermittelte die App deutlich zu geringe Blutdruckwerte. Im Durchschnitt lag die Abweichung bei 12,4 mmHg (systolisch) und 10,1 mmHg diastolisch.

Zuverlässige medizinische Ergebnisse sehen definitiv anders aus. Erschwerend hinzu kommen das enorme Fehlerpotenzial durch Bedienungsfehler sowie der Zweifel daran, ob dieses Verfahren überhaupt ernsthaft funktioniert. Stand heute, gibt es noch keine App, die den Blutdruck ohne Hilfsmittel zuverlässig messen kann. Es gibt allerdings Blutdruckmessgeräte mit Bluetooth-Schnittstelle, sodass sich Messungen per App auf dem Smartphone aufzeichnen und auswerten lassen.

Bald könnten wir unseren Blutdruck per Uhr messen

Pulsmessung am Handgelenk ist bei Fitnessuhren bereits der Standard. Aktuell arbeitet man auch an Technologien für die Blutdruckmessung. Immerhin muss der Blutfluss für zuverlässige Ergebnisse beispielsweise durch irgendeinen Mechanismus zeitweise unterbrochen werden. Einige Forschungen und Patente deuten darauf hin, dass das beispielsweise beim Blutdruck messen per Apple Watch bald möglich sein könnte.

Aktuell hat der Hersteller Omron mit dem Modell "HeartGuide" in den USA bereits ein Modell auf dem Markt. Weitere Modelle anderer Hersteller werden demnach nicht mehr lange auf sich warten lassen. Bis diese erschwinglich sind und sich in der Praxis durch medizinisch verwertbare Messergebnisse auszeichnen, bleibt das gute alte Blutdruckmessgerät das wichtigste Werkzeug zur Ermittlung des Blutdrucks.

Blutdruck messen - Was ist beim Blutdruck messen zu beachten?

Anders als die Pulsmessung ist das Messen des Blutdrucks etwas komplexer. Im Gegensatz zum Puls können wir den Blutdruck nämlich nicht direkt spüren. Dementsprechend fehlen uns körperliche Signale, die uns wichtige Hinweise geben, wann eine Messung beispielsweise sinnvoll ist und wann nicht. Bluthochdruck bleibt durch ausbleibende Bluthochdruck-Symptome, häufig sogar lange unentdeckt. 

Die Antwort auf die Frage: "Was kann man beim Blutdruck messen falsch machen" lautet damit: "einiges".

Der folgende Leitfaden gibt Ihnen einen Überblick, worauf Sie abgesehen von einem geeigneten Blutdruckmessgerät für korrekte und verwertbare Ergebnisse achten müssen.

Wo soll ich meinen Blutdruck messen - links oder rechts?

Die Blutdruckwerte des linken Arms und des rechten Arms unterscheiden sich bei den meisten Menschen. Unterschiede von bis zu 20 mmHg sind hier durchaus normal. Hintergrund ist beispielsweise eine stärkere Entwicklung des dominanten Arms oder ein höherer Muskeltonus. Gerade, wenn Sie Ihren Blutdruck erstmalig messen, ist die beidseitige Messung elementar. Ausschlaggebend für weitere Messungen ist fortan immer der Arm, der über mehrere Messungen hinweg jeweils die höheren Blutdruckwerte aufweist. Pauschal am rechten Arm zu messen, wie es auch in vielen Arztpraxen üblich ist, ist daher nicht unbedingt zielführend. Dieser Grundsatz gilt sowohl für die Messung am Oberarm als auch am Handgelenk.

Achtung:

Deutlich grössere Abweichungen können auf Erkrankungen im Bereich des Gefässsystems hindeuten.

Tipp:

Wenn Sie Ihren Blutdruck erstmalig beim Arzt messen lassen, weisen Sie diesen ruhig darauf hin, an welchem Arm der Blutdruck bei Ihnen gewöhnlich höher ist.

Blutdruck messen am Bein?

Der Mythos, dass sich der Blutdruck auch an den Beinen präzise ermitteln lässt, hält sich hartnäckig. Grundsätzlich ist die Ermittlung durch das Anlegen der Blutdruckmanschette kurz oberhalb des Fussknöchels auch möglich. Allerdings bestehen in diesem Fall zwei grosse Probleme: Erstens lässt sich in der Regel lediglich der systolische Wert bestimmen. Zweitens liegen die Messwerte im Vergleich zur Messung am Arm um rund 20 Prozent zu hoch. Blutdruck messen am Bein ist also keine gute Idee.

Wann sollte man den Blutdruck messen?

​Um allumfassende Aussagen über die Kreislaufsituation und die Blutdruckentwicklung zu treffen, ist die Messung zu unterschiedlichen Tageszeiten wichtig. Insbesondere durch Stress, körperliche Anstrengung, Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Hormonschwankungen verändert sich der Blutdruck im Laufe des Tages. Dementsprechend sollten Sie nach Möglichkeit immer nur die Werte näher miteinander vergleichen, die Sie unter ähnlichen Bedingungen zur jeweils gleichen Tageszeit ermittelt haben.

Sie möchten wissen, wodurch der Blut(hoch)druck beeinflusst wird? Hier finden Sie die Antwort.

​Lohnend sind beispielsweise fünf Messungen am Tag. Eine jeweils morgens direkt nach dem Aufstehen, eine spät abends vor dem Zubettgehen und weitere drei über den Tag verteilte Messungen. Feste Vorgaben für eine Uhrzeit gibt es nicht. Die Antwort auf die Frage: "Blutdruck morgens oder abends messen", lautet also: "sowohl als auch!"

Wichtig:

Messen Sie Ihren Blutdruck am besten immer vor der Tabletteneinnahme.

Blutdruck immer in Ruhe messen

​Es kann für den Arzt im Einzelfall interessant sein wie sich der Blutdruck beispielsweise im Stehen oder unter Belastung entwickelt. Letzteres lässt beispielsweise Rückschlüsse auf einen zu starken Blutdruckanstieg bei Belastungen (Belastungshypertonie) zu. In 99 Prozent aller Fälle ist jedoch eine Messung in Ruhe gewünscht und sinnvoll, um verwertbare Werte zu erhalten. Setzen Sie sich dazu in ruhiger Umgebung entspannt hin und warten Sie mindestens 5 Minuten, bevor Sie mit der Messung beginnen. Andernfalls liegen die Messwerte durch die vorangegangene Belastung noch zu hoch.

Tipp:

Mehrfach hintereinander den Blutdruck messen ist für stichhaltige Ergebnisse sinnvoll. Praxisversuche haben gezeigt, dass die Messwerte mit der Anzahl der Messvorgänge sinken. Dies hängt womöglich auch beim Blutdruck messen zu Hause mit Aufregung und Erwartungshaltung zusammen. Messen Sie daher dreimal hintereinander im Abstand von jeweils mindestens einer Minute. Der niedrigste Messwert ist letztlich der ausschlaggebende.

Wie oft sollte ich meinen Blutdruck messen?

Auch bei der Ermittlung der Blutdruckwerte gilt die alte Weisheit: "Wer viel misst, misst Mist!" Patienten, die ihre Werte zu oft messen und sich darauf fixieren, können allein durch diese Fixierung bereits einen negativen Einfluss auf ihren Blutdruck haben. Ähnlich wie bei der Zwanghaften Beobachtung des Pulses kann sich in Extremfällen sogar eine Art Neurose entwickeln. In den meisten Fällen reichen zur Beobachtung des Blutdrucks daher 2-5 Messungen pro Tag mit jeweils drei Messungen pro Zeitpunkt völlig aus.

Wer ansonsten gesund ist und nicht unter Bluthochdruck leidet, muss seinen Blutdruck auch nicht mehrmals pro Woche überprüfen. Bei Bluthochdruckpatienten sind 2-3 Messtage pro Woche absolut ausreichend. Wie oft Sie Ihren Blutdruck messen sollten, dazu gibt Ihnen Ihr Arzt gerne Auskunft. In manchen Fällen ist auch eine 24-Stunden-Messung mit einem speziellen Blutdruckgerät sinnvoll. Sofern die Notwendigkeit besteht, bekommen Sie dieses ebenfalls von Ihrem Arzt.

Blutdruck messen - So geht es richtig

​Durch moderne Blutdruckgeräte mit automatischer Messung ist die Selbstermittlung des Blutdrucks einfach. Dennoch müssen Sie beim Blutdruck messen auf einige Dinge achten, um korrekte Werte zu erhalten. Halten Sie sich bei der Messung daher unbedingt an die folgenden Schritte:

  • Setzen Sie sich bequem hin und entspannen Sie sich.
  • Legen Sie die Manschette des Blutdruckgeräts am Oberarm an.
  • Der Abstand zwischen Ellenbeuge und der Unterkante der Manschette beträgt zwei Fingerbreiten.
  • Der Messschlauch verläuft auf Höhe der Brachialarterie in Richtung Daumen.
  • Legen Sie den Arm locker auf Herzhöhe ab. Das gilt auch für die Messung am Handgelenk. Hier platzieren Sie das Handgelenk in Herzhöhe.
  • Starten Sie die erste Messung.
  • Achten Sie darauf, dass Sie sich während der Messung nicht bewegen und nicht sprechen. Beides verfälscht die Blutdruckwerte.
  • Notieren Sie den niedrigsten gemessenen Wert.

Blutdruck messen - Welche Werte sind normal?

Anders als viele Menschen glauben, sind beide Werte beim Blutdruck messen wichtig. Während der "obere" Wert (systolisch) angibt, mit welchem Druck das Blut in das Gefässsystem gepumpt wird, gibt der "untere" Wert (diastolisch) an, mit welchem Druck es zurückfliesst. Als optimal gelten Werte von unter 120 mmHg (systolisch) zu 80 mmHg (diastolisch). Als noch normal sind Werte bis maximal 139 mmHg (systolisch) zu 89 mmHg (diastolisch) zu betrachten.

Messen Sie regelmässig Werte von über 140 mmHg zu 90 mmHg, handelt es sich um Bluthochdruck. Je nach Höhe der Werte unterscheiden sich hier der geringe Bluthochdruck Hypertonie Grad I, der mittelschwere Bluthochdruck (Hypertonie Grad II) und der schwere Bluthochdruck (Hypertonie Grad III).

Diese Fehler sollten Sie beim Blutdruck messen unbedingt vermeiden

Kleine, scheinbar unwichtige Faktoren haben beim Blutdruck messen einen grossen Einfluss auf die Messwerte. Die Abweichungen von den tatsächlichen Werten sind mitunter erheblich. Vermeiden Sie daher die folgenden Fehler, um korrekte Werte zu erhalten.

  • Sie verwenden eine zu kleine oder zu grosse Manschette. Die meisten Standardmanschetten eignen sich meist nur für einen Oberarmdurchmesser von 30-42 Zentimeter. Gerade bei Kindern und schwer übergewichtigen Personen sind andere Manschetten nötig.
  • Sie verwenden das Blutdruckgerät über der Kleidung. Korrekte Messwerte gibt es nur, bei Messungen direkt auf der Haut.
  • Ein hochgeschobenes Kleidungsstück engt die Gefässe ein und verfälscht die Messwerte. Schlüpfen Sie bei langärmeligen Kleidungsstücken lieber gleich aus dem Ärmel heraus.
  • Sie schlagen die Beine übereinander. Hier ermittelt das Messgerät durch die zusätzliche Anspannung der Muskulatur zu hohe Werte.
  • Die Manschette ist zu hoch oder zu tief angesetzt bzw. der Arm befindet sich oberhalb oder unterhalb der Herzhöhe. Liegt der Arm deutlich über dem Herzen, sind die gemessenen Werte zu gering. Befindet sich der Arm zu niedrig, ist der ermittelte Blutdruck zu hoch. Pro Zentimeter liegt der Messfehler bei bis zu 8 mmHg (systolisch) und bis zu 6 mmHg (diastolisch).
  • Sie haben vor der Messung Kaffee, Nikotin, Alkohol oder andere Substanzen zu sich genommen, die den Blutdruck beeinflussen. Messen Sie den Blutdruck daher mindestens eine Stunde nach dem letztmaligen Konsum.
  • Häufig resultieren Messfehler aus einer mangelhaften Lektüre der Gebrauchsanweisung.
  • Die Manschette liegt zu fest oder zu locker an. Ideal ist sie angelegt, wenn Sie gerade noch zwei Finger von unten hineinschieben können.

Fazit - Blutdruck messen, aber richtig:

Den Blutdruck regelmässig zu messen ist wichtig, um Bluthochdruck frühzeitig zu erkennen und die Entwicklung der Blutdruckwerte zu beobachten. Die Blutdruckmessung ist damit ein wertvolles Instrument, um den Erfolg von Massnahmen zur natürlichen Blutdrucksenkung und zur medikamentösen Blutdrucksenkung zu überprüfen. Wenn Sie unsere Tipps beachten, kann beim Blutdruck messen nichts mehr schiefgehen.